Presseaussendung Coronavirus: „Keine Experimente bei Verabreichung von COVID-Impfungen“

Gesundheitspersonal kritisiert Pläne für Impfungen durch Sanitäter – „Müssen Bevölkerung vor Schnellschüssen schützen“

Die Wiener Ärztekammer, die GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, die younion – die Daseinsgewerkschaft HG II sowie der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) kritisieren gemeinsam die voreiligen Pläne der Bundesregierung, die eine Aufweichung der Regelung vorsehen, wer impfen darf und wer nicht. Die Entscheidung darüber, wer impfen darf, ist ausschlaggebend für den Erfolg der Impfung: „Die Menschen in Österreich brauchen nicht nur Vertrauen in den Impfstoff, sondern auch in die Person, die ihn verabreichen wird.“ 
„Eine intramuskuläre Injektion darf nach aktueller Rechtslage ausschließlich durch Ärztinnen und Ärzte sowie den gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege erfolgen“, so die Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsinstitutionen. Die derzeitigen Pläne der Regierung sehen für Impfungen nun aber auch Sanitäterinnen und Sanitäter vor. Diese würden zwar täglich hervorragende Arbeit in der Unfall- und Notfallversorgung leisten, „Impfungen gehören aufgrund ihrer Ausbildung jedoch nicht zu ihren Aufgaben“. 
Gerade bei der COVID-Impfung dürften „keine Ausnahmen“ gemacht werden, fordern Ärztekammer und die Gewerkschaften. Das Vertrauen der Menschen müsse speziell bei der COVID-Impfung gestärkt werden, und das sollte „nur durch dafür ausgebildetes und erfahrenes Personal“ sichergestellt werden. 
Aus Sicht speziell des ÖGKV ist es kritisch zu sehen, wenn nun die verantwortungsvolle Tätigkeit des Impfens auf einen Personenkreis ausgeweitet werde, welcher dafür nicht ausgebildet sei: „Wir sind der Meinung, dass die Einbindung der professionell Pflegenden in die Impfstrategie in jeder Hinsicht der bessere Weg ist.“  
Die Regelung darüber, wer impfen darf, ist auch essenziell für den Erfolg der Impfung allgemein. „Wenn die Regierung eine hohe Impfbeteiligung erzielen will, muss sie Vertrauen sowohl in die Impfung als auch in die Organisation dahinter schaffen“, resümieren Ärztekammer, Gewerkschaften und der ÖGKV.

Offensiv gefragt - Zukunftspläne für das österreichische Gesundheits- und Pflegesystem

Virtuelles Gespräch mit Gesundheitsminister Rudi Anschober zum Thema Zukunftspläne für das österreichische Gesundheits- und Pflegesystem
Virtuelles Gespräch mit Gesundheitsminister Rudi Anschober zum Thema Zukunftspläne für das österreichische Gesundheits- und Pflegesystem

Virtuelles Gespräch mit Gesundheitsminister Rudi Anschober

Wann: Montag, 14. Dezember 2020 15.00 bis 16.00 Uhr
Wo: Facebook Live Stream hier

Für die Beschäftigten des Gesundheitsbereichs und der Langzeitpflege ist die Arbeit oft mehr als nur ein Beruf: Sie arbeiten für die Menschen und für deren Gesundheit. Große Verantwortung und enorme Herausforderungen bringen diese hoch motivierten, leistungsbereiten Kolleginnen und Kollegen immer häufiger an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Vielfach sind die Grenzen der Belastbarkeit längst überschritten.

Die „Offensive Gesundheit“ lädt daher zu einem virtuellen Gespräch mit Gesundheitsminister Rudi Anschober über ihr Sechs-Punkte-Programm für ein zukunftssicheres System der Gesundheit und Langzeitpflege sowie über die daraus resultierende „Roadmap Gesundheit 2020“, die dem Minister bereits im vergangenen September überreicht wurde.

Themen, die dabei diskutiert werden, sind: 
• Personal
• Arbeitsbedingungen
• Ausbildung
• Weiterentwicklung
• Investitionen und
• Versorgungssicherheit

Download Roadmap Gesundheit 2020 (.pdf)

Zellhofer zu Impfungen: Durchführung nur durch berechtigte Gesundheitsberufe

Zellhofer zu Impfungen: Durchführung nur durch berechtigte Gesundheitsberufe und freiwillig!
Zellhofer zu Impfungen: Durchführung nur durch berechtigte Gesundheitsberufe und freiwillig!

Bundesvorstand der ÖGB/ARGE-FGV für Gesundheits- und Sozialberufe warnt vor Aufweichung der Kompetenz und setzt auf Freiwilligkeit

„Es ist uns wichtig festzuhalten, dass eine intermuskuläre Injektion nach derzeitiger Rechtlage ausschließlich durch das laut entsprechenden Berufsgesetzes qualifizierten Personal erfolgen darf,“ sagt Josef Zellhofer, Vorsitzender der ÖGB/ARGE- FGV. „An dieser Regelung darf auch bei der COVID-Impfung auf Rücksicht auf die Gesundheit, der zu Impfenden, in keinem Fall gerüttelt werden! Es kann nicht sein, dass plötzlich jede und jeder ohne ausreichende Ausbildung impfen darf und vielleicht später noch für Folgeschäden verantwortlich gemacht wird.“

Freiwilligkeit bei COVID-Impfung
„In den nächsten Wochen wird eine COVID-Impfung verfügbar sein. So begrüßenswert das gerade für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen auch ist, der Bundesvorstand der ÖGB/ARGE- FGV hat sich letzte Woche einstimmig gegen eine verpflichtende COVID- Impfung ausgesprochen. Eine solche Entscheidung liegt im Verantwortungsbereich jedes Einzelnen und auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich dürfen nicht zwangsverpflichtet werden!“ stellt Zellhofer klar.

„Es bedarf Aufklärung und Vertrauen in die KollegInnen, dass jeder Einzelne eine verantwortungsvolle Entscheidung für sich treffen wird,“ so Zellhofer abschließend. 

Presseaussendung: GÖD-Gesundheitsgewerkschaft & Younion Team Gesundheit: Forderung nach Erholungsphasen für die KollegInnen in Kliniken und Pflegezentren!

Gewerkschaften fordern Überprüfung, ob geplante Operationen und Untersuchungen tatsächlich jetzt notwendig sind.

„Es ist unter anderem dem pausenlosen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen in den Landes-, Bezirks- und Gemeindespitälern zu verdanken, dass wir trotz steigender Herausforderungen und hohen Infektionszahlen verhältnismäßig gut durch die aktuelle Gesundheitskrise kommen. Doch die Grenzen der Belastbarkeit sind längst überschritten. Die Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken und Pflegezentren brauchen dringend Erholungsphasen an den Weihnachtsfeiertagen“, fordert Reinhard Waldhör, Vorsitzender der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, die Spitalsträger auf.

Diese Forderung bekräftigt auch Edgar Martin, Vorsitzender der Younion Hauptgruppe II Team Gesundheit: „Wir appellieren an alle Spitalsträger mit der Aufarbeitung von verschobenen Operationen und Untersuchungen nicht sofort zu beginnen, wenn dies aus medizinischer Sicht möglich und gegenüber den betroffenen PatientInnen vertretbar ist. Sollten Infektionsverläufe nach dem zweiten Lockdown rund um Weihnachten sinken und sich die Lage in den Spitälern in Österreich wieder etwas entspannen, haben sich die Kolleginnen und Kollegen eine Verschnaufpause mehr als verdient.“

Die GÖD-Gesundheitsgewerkschaft und das Younion-Team Gesundheit verweisen darauf, dass die Ermöglichung einer Erholungsphase rund um die Weihnachtszeit auch ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung wäre. Ausständige Urlaube oder Zeitguthaben können dafür genutzt werden. „Denn für all das, was noch auf die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheits- und Pflegebereich zukommt, braucht es Kraft und breite Unterstützung“, so Waldhör und Martin unisono.

Gesund und Sozial 3 2020

Gesund und Sozial 3 2020- Roadmap Gesundheit 2020
Gesund und Sozial 3 2020- Roadmap Gesundheit 2020
Unser Gesundheitssystem ist nicht erst seit der Corona Pandemie im Ausnahmezustand. Dienstpläne, die nicht halten und KollegInnen, die an freien Tagen angerufen und in den Dienst gebeten werden, sind längst Alltag auf vielen Stationen. Wir wissen, dass viele täglich am Rande des Burn-outs und der Überlastung balancieren und dass kaum jemand davon ausgeht, gesund und fröhlich in den Ruhestand zu gehen.
 
Und dann kam auch noch die weltweite Covid-19-Pandemie, die ihres zur Verschärfung der Situation beigetragen hat. Es muss ja mittlerweile jedem, der vorher die angeblich zu hohe Zahl an Intensivbetten kritisiert und gewerkschaftlichen Forderungen nach besserer Bezahlung abgetan hat, klar sein, dass es so nicht weitergeht! Doch Raunzen allein hilft den Kolleginnen und Kollegen genauso wenig wie Klatschen. Deshalb haben sich die wichtigsten 7 Institutionen im Gesundheitswesen zusammengetan, die ‚Offensive Gesundheit’ gegründet und über Monate ein richtungsweisendes Grundlagenprogramm erarbeitet, daß ein stabiles Fundament für eine Reform unseres Gesundheitswesens sein kann:
‚Die Roadmap Gesundheit 2020’.
 

Nosokomiale Infektionen: „Initiative minus 15 Prozent“ will Krankenhaus-Keime reduzieren und nimmt Politik in die Pflicht

Neue Aktion der „Initiative Sicherheit im OP“ (SIOP) und der „Plattform Patientensicherheit“ fordert 15 Prozent weniger Infektionen im Spital innerhalb von fünf Jahren

Die neue „Initiative minus 15 Prozent“, die jetzt von der „Plattform Patientensicherheit“ und der „Initiative Sicherheit im OP“ (SIOP) gegründet wurde, fordert eine Verringerung der nosokomialen Infektionen in Österreich innerhalb der nächsten 5 Jahre um 15 Prozent. „Hier ist die Politik in die Pflicht zu nehmen, von der wir ein klares Commitment für dieses Ziel fordern. Zahlreiche internationale Vorbilder zeigen, dass es mit klaren Vorgaben und gemeinsamen Anstrengungen gelungen ist, die gesteckten Ziele der Infektionsverringerung zu erreichen. In Österreich fehlen solche konkreten und verbindlichen Vorgaben“, so Dr. Maria Kletecka-Pulker, Geschäftsführerin der „Plattform Patientensicherheit“ und Direktorin des LBI Digital Health and Patient Safety. „Die COVID-Pandemie zeigt uns gerade, was zur Infektionsprophylaxe alles möglich ist. Jetzt geht es darum, diesen Schwung zu nützen und bewährte Hygienemaßnahmen unabhängig von COVID beizubehalten und gegebenenfalls auf breiter Basis zu implementieren.“

Hygiene-Facharzt Dr. Blacky: Prozentsätze durch systematisches qualitätsvolles Vorgehen kontinuierlich verringern
 
An nosokomialen Infektionen, also im Zuge diagnostischer oder therapeutischer Maßnahmen in Gesundheitseinrichtungen auftretenden Infektionen, erkranken Schätzungen zufolge in Österreich jedes Jahr etwa 95.000 Menschen, quantifiziert Dr. Alexander Blacky, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH) und Mitglied der „Initiative minus 15 Prozent“ die Dimension des Problems: „Die zunehmende Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien hat zur Folge, dass viele dieser Infektionen nicht mehr wirksam behandelt werden können. 4.500 bis 5.000 Menschen sterben jedes Jahr in Österreich daran – etwa fünf Mal so viele wie im Straßenverkehr.“

Nach den Berichten des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zählen operationsbezogene Wundinfektionen („surgical site infections“, SSI) zu den häufigsten nosokomialen Infektionen. Dr. Blacky: „Der Anteil von SSI variiert je nach Art des Eingriffs und der Prädisposition der Patientinnen und Patienten zwischen 0,6 und 9,6 Prozent aller Operationen.“

Dr. Blacky: „Nosokomiale Infektionen verursachen vor allem Krankheit, Leid und Tod, aber sie sind auch ein beträchtlicher Kostenfaktor. Es geht daher darum, durch systematisches qualitätsvolles Vorgehen diese Prozentsätze kontinuierlich zu verringern.“

Patientenanwalt Dr. Bachinger: Transparenz und verbindliche Richtlinien für Krankenhäuser und Arztpraxen
 
„Das European Centre for Disease Prevention and Control geht davon aus, dass bis zu 30 Prozent aller nosokomialen Infektionen durch entsprechend gezielte Hygiene und Kontrollprogramme vermieden werden können. Diese beträchtlichen Potenziale gilt es durch zielgerichtete und konsequente Maßnahmen zu nützen“, fordert Dr. Gerald Bachinger, Sprecher der österreichischen Patienten- und Pflegeanwälte und Mitglied der „Initiative minus 15 Prozent“. „Wir brauchen also verbindliche Richtlinien für Krankenhäuser, andere Gesundheitseinrichtungen und Arztpraxen, deren Einhaltung überprüft und deren Ergebnisse transparent gemacht werden.“

DGKP Zellhofer: Mehr qualifiziertes Personal und stärkere Patientenbeteiligung

„Ich habe nicht den Eindruck, dass es bei den nosokomialen Infektionen in den vergangenen Jahren eine Veränderung oder Verbesserung gegeben hat“, kritisiert DGKP Josef Zellhofer, Vorsitzender der ÖGB/ARGE-Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe. Eine positive Ausnahme seien Weiterentwicklungen beim Wundmanagement. „Im Gegenteil, der Druck auf das Personal wird schon seit Längerem, zuletzt beschleunigt durch COVID, immer stärker. Wir brauchen mehr qualifiziertes Personal, das Probleme erkennt und Infektionsquellen zu beseitigen hilft, wir brauchen mehr Ausbildungsplätze und bessere Arbeitsbedingungen.“

Ein weiterer wesentlicher Faktor beim Bekämpfen von Krankenhauskeimen sei eine stärkere Patientenbeteiligung: „Patientinnen und Patienten muss vermittelt werden, was sie selbst tun können und welche Hygienemaßnahmen sie befolgen müssen. Hier braucht es mehr Aufklärung.“

Nosokomiale Infektionen und ihre Vermeidung zu einem Thema der Politik machen
Dr. Kletecka-Pulker: „Der ‚Initiative minus 15 Prozent‘ geht es darum, nosokomiale Infektionen und ihre Vermeidung gesellschaftlich stärker zu positionieren und zu einem Thema der Politik zu machen, ohne die es hier nicht gehen wird. Die Politik muss klare Ziele definieren und sich dafür einsetzen, dass diese auch erreicht werden. Unsere Initiative wird dabei unterstützen, informieren und das Thema aktuell halten, um vermeidbare Todesfälle durch nosokomiale Infektionen zur verhindern.“
 
Zum Weiterlesen:

Kritik an Arbeit in Spitälern und Pflegeheimen trotz positiven COVID-Befunds

"... vorsätzlichen Gefährdung von Patientinnen und Patienten durch den Minister."
Offensive Gesundheit“ sieht „vorsätzliche Gefährdung von Patientinnen und Patienten“ – Verheerendes Signal des Gesundheitsministers in Richtung der Bevölkerung

Die „Offensive Gesundheit“, ein Zusammenschluss von Gewerkschaften, Arbeiter- und Ärztekammer, kritisiert „aufs Schärfste“ die Vorgabe von Gesundheitsminister Rudolf Anschober, schwach positiv getestete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter in Spitälern, Pflegeheimen und mobilen Diensten arbeiten zu lassen, obwohl Österreich derzeit vor „massiven Einschränkungen des privaten und wirtschaftlichen Lebens“ stehe. Sie spricht von einer „vorsätzlichen Gefährdung von Patientinnen und Patienten durch den Minister sowie einem verheerenden Signal in Richtung der Bevölkerung“. 
 
Damit werde der Eindruck erweckt, dass es keinerlei Bedeutung habe, einen positiven COVID-19-Befund zu haben, solange sich keine Symptome zeigten. Gerade in der aktuell zweiten Welle müsse aber alles darangesetzt werden, der Bevölkerung vor Augen zu führen, wie wichtig es sei, sich ausnahmslos an die Vorgaben der Regierung zu halten. Wenn nun positiv Getestete sogar ihren Dienst in Spitälern und Pflegeheimen verrichten dürften, würde der Bevölkerung signalisiert, dass alles „eh nicht so schlimm“ sei. Zudem werde der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter völlig missachtet, „wobei dies eigentlich im besonderen Interesse des Gesundheitsministers liegen müsste, um die medizinische Versorgung der Österreicher auch in den nächsten Tagen und Wochen zu gewährleisten“.
 
Aufgrund der vielen Kommunikationsfehler seitens der Regierung sei schon in der Vergangenheit das Verständnis innerhalb der Bevölkerung für die lückenlose Einhaltung von Vorsichtmaßnahmen konterkariert worden. „Wie bitte soll man den Menschen nun erklären, sich an Quarantäne, Ausgangssperren und Minimierung der sozialen Kontakte zu halten, wenn auf der anderen Seite ein Minister positiv getestete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Spitälern, Pflegeheimen und mobilen Diensten arbeiten lässt“, fragen die Vertreterinnen und Vertreter der Initiative.
 
Für die Offensive steht jedoch weiterhin ein freiwilliger, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst entschiedener Einsatz als Kontakt 1-Person außer Frage: „Dass wir gerade jetzt zusammenhalten müssen, ist selbstverständlich. In unseren Berufen hören wir den Menschen zu und wissen, was sie brauchen, um gesund zu werden.“
 
„Unsere wichtigste Ressource in der Zeit dieser Pandemie sind jene Menschen, die beruflich alles Menschenmögliche dafür tun, dass Österreich den Kampf für unser aller Gesundheit gewinnt. Wir müssen diese Menschen schützen und unterstützen“, so die Offensive weiter. Die Einführung einer Teststrategie in Spitälern und Pflegheimen werde grundsätzlich – bis auf den Umstand, positiv getestete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten zu lassen - „positiv“ gesehen. Warum es keine Teststrategie für die mobile Pflege und Betreuung sowie die Rettungs- und Krankentransporte gebe, sei jedoch „vollkommen unverständlich“, da gerade die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ständig in Kontakt mit Risikopatientinnen und –patienten seien.
 
Anstelle die Arbeits- und Rahmenbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich in den letzten acht Monaten zu verbessern und eine Personaloffensive zu starten, ergreife der Bundesminister nun Maßnahmen, die „völlig unverständlich“ in Zeiten einer Pandemie seien. Die „Offensive Gesundheit“ fordert daher „eine rasche Rücknahme dieses geradezu absurden Teils der Verordnung und die Einführung einer Teststrategie auch für die mobilen Dienste“.

GPA-djp: Kritik an Arbeit in Spitälern und Pflegeheimen trotz positiven COVID-Befunds

Offensive Gesundheit“ sieht „vorsätzliche Gefährdung von Patientinnen und Patienten“ – Verheerendes Signal des Gesundheitsministers in Richtung der Bevölkerung

„Seit Beginn der Corona-Krise wurde den Pflegekräften viel zugemutet. Sie waren bei der Sonderbetreuungszeit im Nachteil und wurden von der Risikogruppenverordnung ausgenommen. Die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege haben in den vergangenen Monaten Immenses geleistet. Dass sie jetzt mit positivem Testergebnis arbeiten gehen sollen, ist eine Frechheit“, kritisiert Beatrix Eiletz, Vorsitzende des Bereichs Sozialwirtschaft (Pflege und Betreuung) in der Gewerkschaft GPA-djp.

„Pflegekräfte sind nicht die Fußabtreter der Nation. Die Politik kann sie nicht behandeln, als ob sie rechtlose Arbeitsmaschinen wären. Überall sollen Menschen, die Corona-positiv getestet sind, zuhause bleiben. Es ist nicht einzusehen, dass es hier für Pflegekräfte eine Ausnahme geben soll“, so Eiletz. 

In die gleiche Kerbe schlägt Eva Scherz, die mit Eiletz den Kollektivvertrag in der Sozialwirtschaft verhandelt: „Wir fordern von Sozialminister Anschober eine sofortige Rücknahme dieser Regelung. Pflegekräfte verdienen Wertschätzung, nicht die Gefährdung der eigenen Gesundheit.“ 

Zum Verordnungsinhalt: §10 Abs 2 der COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung sagt im letzten Satz: „Einem negativen Testergebnis ist es gleichzuhalten, wenn das Testergebnis zwar positiv war, aber ein ärztliches Sachverständigengutachten darüber vorliegt, dass gegen das Einlassen im Hinblick auf die Übertragung von SARS-CoV-2 keine Bedenken bestehen.“

„Tag für Tag sollen wir mit weniger Personal und weniger finanziellen Mitteln immer mehr Leistung erbringen“.

Anlässlich der Europäischen Aktionswoche zu Gesundheit und Pflege rufen die KollegInnen in Erinnerung, dass sie nicht nur in Zeiten von Corona unermüdlich für die Bürgerinnen und Bürger im Einsatz sind. Sie legen keinen Wert auf die Bezeichnung „Heldinnen und Helden“, sie sind auch nicht unzerstörbar – und brauchen dringend Verstärkung.

... nicht unzerstörbar – und brauchen dringend Verstärkung

Invest in Care, Now!

29.10. Europaweiter Aktionstag der Gesundheitsberufe
29.10. Europaweiter Aktionstag der Gesundheitsberufe

Das Video zum europaweitem Aktionstag. 

Forderungen der Offensive Gesundheit (Download .pdf)

„Offensive Gesundheit“: Unterstützung für europaweiten Aktionstag der Gesundheitsberufe

29.10. Europaweiter Aktionstag der Gesundheitsberufe
29.10. Europaweiter Aktionstag der Gesundheitsberufe
29. Oktober 2020 im Zeichen des europäischen Gesundheits- und Pflegewesens – Bewusstseinsschaffung für Probleme abseits von COVID-19 – „Ende des Heldenepos“

Die Heldinnen und Helden im Gesundheits- und Pflegesystem brennen langsam aus. Deswegen fordert die European Public Services Union (EPSU) höhere Gehälter, mehr Personal und eine allen zugängliche Qualitätsmedizin. Morgen, Donnerstag, soll ein europaweiter Aktionstag der Gesundheitsberufe unter dem Motto „Fighting for health and care beyond the pandemic“ stattfinden und damit auf die Probleme im Gesundheits- und Pflegewesen über die Corona-Pandemie hinaus aufmerksam machen. 

Die Vertreterinnen und Vertreter der „Offensive Gesundheit“ zeigen sich dabei solidarisch mit den Forderungen der EPSU und rufen auch die österreichische Bundesregierung auf, sich den Herausforderungen im österreichischen Gesundheits- und Pflegesystem „besser heute als morgen“ zu stellen, „denn auch die Heldinnen und Helden in Österreich sind am Ende des Tages nur Menschen“.

„Gerade die jüngsten Diskussionen zum Budget und möglichen fehlenden Investitionen in den Spitälern haben gezeigt, dass wir sehr genau der Regierung auf die Finger schauen müssen, wenn es um Gesundheit geht“, erklärt die Offensive. Man habe vor Kurzem mit der „Roadmap Gesundheit 2020“ Gesundheitsminister Rudi Anschober ein nützliches Werkzeug zur Verfügung gestellt, damit man Österreich sicher durch diese und zukünftige Gesundheitskrisen navigieren kann.

„Am Ende muss aber der Steuermann auch der Karte folgen, um ans Ziel zu gelangen“, erklärt Wolfgang Weismüller, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, den Sinn der Roadmap und meint: „In den Spitälern, die auch die schwersten Fälle der Pandemie heilen sollen, gerade jetzt budgetär zu kürzen, ist definitiv der falsche Weg.“ Was man rasch benötigt sind für Weismüller Planungssicherheit, mehr Personal und damit auch mehr Investitionen.

Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer Wien, appelliert an die politisch Verantwortlichen: „Es gibt keinen Spielraum und keine Zeit mehr! Wie in vielen anderen Bereichen brauchen wir bei der Verbesserung der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen für die Gesundheitsberufe deutlich mehr Tempo. Das ist eine wichtige Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft - das haben wir durch die Pandemie leider eindrucksvoll erlebt. Die österreichische Bundesregierung setzt hier die falschen Prioritäten, zuletzt auch im vorgelegten Budget. 130 Millionen Euro weniger für die Spitäler – so wird die viel zitierte Pflegeoffensive nicht gelingen. Die Beschäftigten der Gesundheits- und Pflegeberufe und die Patientinnen und Patienten haben sich Besseres verdient.“
 
„Anerkennender Applaus ist nicht genug“

Auch Reinhard Waldhör, Vorsitzender der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, sieht nicht nur in der Corona-Krise eine absolute Zerreißprobe für die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsdienst: „Der anerkennende Applaus für die wichtige Arbeit ist schön und gut, aber auch unsere ‚Heldinnen und Helden’, die sich Tag und Nacht für das Leben anderer einsetzen, sind an den Grenzen ihrer menschlichen Belastbarkeit gelangt. Wer auch in Zukunft dringend benötigte und hoch qualifizierte Fachkräfte gewinnen und im Beruf halten will, muss jetzt investieren. Es liegt an den politischen Verantwortlichen sowie an den Dienstgebern, unsere bereits übermittelten Umsetzungsvorschläge zur Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten so rasch wie möglich umzusetzen.“

Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA-djp: „Politik ist dazu da, das Leben der Menschen zu verbessern. Im Gesundheitswesen erleben wir aber das Gegenteil: Für die Beschäftigten wird ihre Arbeit immer anstrengender. Personal fehlt, der Leistungsdruck steigt und Zeit für Patientinnen und Patienten fehlt. Pflege und Betreuung sind körperliche und emotionale Schwerstarbeit und gleichzeitig Grundgerüst unserer Gesellschaft. Entsprechend sollte die Politik handeln.“
„Unser Gesundheitswesen steht ja nicht erst seit der Corona-Krise kurz vor dem Kollaps“, stellt Josef Zellhofer, Vorsitzender der ÖGB/ARGE- Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe, fest. „Bereits davor waren viele Kolleginnen und Kollegen an der Grenze ihrer Belastbarkeit und die letzten Monate haben eindrucksvoll gezeigt, dass es so wirklich nicht mehr weitergehen kann. Wir sagen es seit Jahren, aber wir brauchen wirklich dringend mehr Personal und darüber hinaus eine grundlegende Ausbildungsreform und Arbeitsbedingungen, die nicht nur die ausschließliche Versorgung von Patientinnen und Patienten sowie Klientinnen und Klienten ermöglichen, sondern auch Raum für das Menschliche lassen!“

Mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen notwendig

„Das neue Gesundheitsbudget der Regierung zeigt auf, dass dem Gesundheitssystem Gelder entzogen werden. Gelder, die in der Pflege und in den Krankenhäusern fehlen. Dem Klatschen folgen jetzt Einsparungen, da fehlt auch die Wertschätzung gegenüber dem Personal“, kritisieren Sylvia Gassner, Vorsitzende des Fachbereichs Soziale Dienste in der Gewerkschaft vida, und Gerald Mjka, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Gesundheit. Beide fordern daher zusätzliche Budgetmittel, um Umschulungen in Pflege- und Gesundheitsberufe attraktiver zu machen. „Zudem muss endlich eine „Pflegestrategie für den Ausbau der Ausbildung und der Bedarfsdeckung beim Personal her“, so Mjka und Gassner.

„Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegesystem sind keine Superhelden, keine übermenschlichen Wesen, sondern Menschen, die unter schwersten Bedingungen das tun, wofür sie ausgebildet wurden. Sie sorgen sich dabei um ihre Patientinnen und Patienten, ihre Familien, aber auch um sich selbst und lehnen Heldenrhetorik ab“, so Susanne Jonak, Vorsitzende der younion, die Daseinsgewerkschaft, Hauptgruppe II. „Gerade die politischen Verantwortlichen wissen, dass Applaus allein keine Gesundheit schafft. Sie müssen jetzt handeln und mit uns gemeinsam die Forderungen der ‚Offensive Gesundheit‘ umsetzen.“

Die „Offensive Gesundheit“ stehe nach wie vor dem Gesundheitsminister und allen politisch Verantwortlichen für die Probleme des Gesundheits- und Pflegsystems „jederzeit zur Verfügung“. „Gemeinsam können wir rascher und effizienter Lösungen finden und mit der in die falsche Richtung gegangenen Heldensaga der hart im Gesundheits- und Pflegewesen tätigen Menschen aufräumen“, so die Offensive abschließend. 
 

Presseaussendung GÖD-Gesundheitsgewerkschaft: Bevor wir an die Grenzen der Intensivbetten stoßen, überschreiten wir Grenzen der Personalbelastung

"Die Kolleginnen und Kollegen sind bereits an den Grenzen ihrer menschlichen Belastbarkeit angelang."
"Die Kolleginnen und Kollegen sind bereits an den Grenzen ihrer menschlichen Belastbarkeit angelang."
Reinhard Waldhör appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen die Corona-Infektionsschutzregeln dringend einzuhalten!
 
„Besonders in den Pflegeberufen und im Gesundheitsdienst leisten die Kolleginnen und Kollegen mit hoher Kompetenz und Motivation Hervorragendes. Doch sie sind bereits an den Grenzen ihrer menschlichen Belastbarkeit angelangt – dabei steht uns der Winter erst bevor! Nur, wenn wir die Corona-Infektionsschutzregeln konsequent einhalten, können wir das Gesundheits- sowie Pflegepersonal und damit uns alle schützen. Nur so kann es gelingen, den Betrieb in den Kliniken sowie Pflegeheimen über den Winter hinweg aufrechtzuerhalten“, appelliert Reinhard Waldhör, Vorsitzender der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, an die Eigenverantwortung der Menschen die Corona-Infektionsschutzregeln dringend einzuhalten.

Während versäumte Operationen in den Sommermonaten aufgeholt werden mussten und systemkritisches Personal selbst bei Infektionsverdacht weiterarbeitet, steigt nun auch die zusätzliche Belastung aufgrund steigender Covid-19-Infektionen weiter an. Hinzu kommt, dass im Gegensatz zur ersten Welle der Pandemie die Aufrechterhaltung des „normalen“ Betriebs in den Krankenhäusern forciert wird. „Diese pausenlose zusätzliche Dreifachbelastung der Kolleginnen und Kollegen wird in der Debatte rund um ausreichende Reserven bei den Intensivbetten in Österreich in den Hintergrund gedrängt. Es fehlt an dringend benötigten Erholungsphasen - gerade in den Pflege- und Betreuungszentren. Die Lage wird sich durch die personellen Kapazitätsgrenzen noch weiter verschärfen“, warnt Waldhör und fordert ausreichende Personalressourcen ein.

„Die Dienstgeber in den Kliniken sind dazu aufgefordert, zu überprüfen, ob geplante Operationen tatsächlich jetzt notwendig sind. Damit die medizinische Versorgung aller Menschen auch weiterhin sichergestellt werden kann, müssen wir gemeinsam alles daransetzen, die steigenden Infektionszahlen zu senken“, schließt Waldhör.
 
 

younion: Applaus ist nicht genug! KollegInnen im Gesundheits- und Pflegesystem verdienen mehr!

Mit 26. Oktober startet der Europäische Gewerkschaftsverband für den Öffentlichen Dienst (EGÖD) eine europaweite Aktionswoche unter dem Motto „Applaus ist nicht genug“. Gemeinsam leisten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Gesundheits- und Pflegesystem alles Menschenmögliche, um die Pandemie zu bekämpfen und alle anderen Aufgaben die täglich im Gesundheitsbereich notwendig sind zu erledigen. „Wir lehnen Austeritätsmaßnahmen wie die Kürzung des EU4health-Programms von 9,4 Milliarden auf 1,7 Milliarden EUR ab und fordern die angemessene Finanzierung für unsere öffentlichen Gesundheits- und Pflegesysteme“, sagt Jan Willem Goudriaan, EPSU-Generalsekretär.

„Klatschen zahlt keine Miete“
„Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Gesundheits- und Pflegewesen stehen tagtäglich unter enormem Druck und hohem Ansteckungsrisiko. Sie brauchen mehr Ressourcen um ihre Arbeit in hoher Qualität ausüben zu können. Wir brauchen eine Aufstockung des Personalstands damit mehr Zeit am Patienten und weniger Stress entstehen, die Ausstattung mit allen notwendigen Schutzausrüstungen und entsprechende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Es braucht aber auch eine Attraktivierung durch angemessene Entlohnung. Klatschen alleine hilft da nicht weiter und zahlt auch keine Miete“, erklärt Thomas Kattnig, EGÖD Vize-Präsident und Mitglied des Bundespräsidiums der younion _ Die Daseinsgewerkschaft.

Dem erneuten Anstieg standhalten
In ganz Europa ist ein rapider Anstieg der Infektionszahlen zu beobachten. Wieder müssen Gewerkschaften feststellen, dass ein Mangel an Schutzausrüstung, Material und Personal es erschwert, der zweiten Welle standhalten zu können. Zusätzlich dazu fühlen sich viele ArbeitnehmerInnen immer noch erschöpft, nachdem die erste Welle mit Müh und Not überstanden wurde.
EGÖD-Generalsekretär Jan Willem Goudriaan: "Der EGÖD und seine Mitgliedsorganisationen rufen die Europäische Union und die nationalen Regierungen dazu auf, Schutzausrüstungen für das Personal in allen Krankenhäusern, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Wir beim EGÖD setzen uns für starke öffentliche Gesundheits- und Pflegesysteme ein, die auf diese und künftige Pandemien besser reagieren können.“

Kürzung der Spitalsfinanzierung grotesk
„Es ist geradezu grotesk, dass der österreichische Finanzminister in seinem Budgetvoranschlag für 2021 die Spitalsfinanzierung um 130 Millionen Euro kürzen will! Das kann nicht die Antwort auf diese Gesundheitskrise sein und vor allem nicht die Antwort an die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheits- und Pflegebereich. Gute Gesundheitsversorgung darf keine Frage des Geldes sein“, stellt Kattnig abschließend fest.

Offensive Gesundheit überreicht Road Map an BM Anschober (28.8.2020)

Roadmap Gesundheit 2020: Die Politik ist gefordert!

Road Map Gesundheit 2020- Vorschläge für ein zukunftssicheres System der Gesundheit und Langzeitpflege

Road Map Gesundheit 2020- Vorschläge für ein zukunftssicheres System der Gesundheit und Langzeitpflege
Road Map Gesundheit 2020- Vorschläge für ein zukunftssicheres System der Gesundheit und Langzeitpflege

Österreichs ArbeitnehmerInnen im Gesundheits- und Langzeitpflegesystem stehen unter Druck, die Belastungen wachsen. Deshalb müssen dringend Maßnahmen gesetzt werden, damit ausreichend qualifiziertes Personal für eine gute Qualität der Leistungen in Zukunft gesichert ist.

Die Offensive Gesundheit und das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz haben in der „Roadmap Gesundheit 2020“ drei zentrale Handlungsbereiche mit entsprechenden Maßnahmen identifiziert, die in den Gesundheitspanels Personalbemessung, Arbeitsbedingungen und Ausbildung ausgearbeitet wurden. 

Weiterlesen und Download hier (.pdf)

Presseaussendung: Vorschläge für Reformen

Roadmap Gesundheit 2020" enthält Umsetzungsvorschlägen für ein zukunftssicheres Systems für Gesundheit und Langzeitpflege 
 
Das Sozialministerium und die von Gewerkschaften, Arbeiter- und Ärztekammer gebildete "Offensive Gesundheit" haben ihren vor zweieinhalb Monaten gestarteten Strukturdialog abgeschlossen. Die daraus entstandene "Roadmap Gesundheit 2020" mit Umsetzungsvorschlägen für die Schaffung eines zukunftssicheren Systems für Gesundheit und Langzeitpflege wurde Minister Rudolf Anschober (Grüne) am späten Montagnachmittag übergeben.
 
Inhaltlich konzentrieren sich die Ergebnisse auf die großen systemrelevanten Themen Personalbedarf, Arbeitsbedingungen und Ausbildung. Zum ersten Punkt wird in der Roadmap festgehalten, dass die Erarbeitung eines österreichweit verbindlichen, transparenten und bedarfsorientierten Personalbemessungsmodells umgehend gestartet werden müsse. Da die Entwicklungsarbeit einige Jahre in Anspruch nehmen wird, müssten zur unmittelbaren Entlastung der Beschäftigten im Gesundheitswesen und der Langzeitpflege Sofortmaßnahmen im Personaleinsatz umgesetzt werden. So dürfe es etwa pro Zuständigkeitsbereich keine Nachtdienste alleine geben und in der mobilen Pflege sollten die Fahrtzeiten einberechnet werden.
 
Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen wird in dem der APA vorliegenden Papier die Planbarkeit und Verlässlichkeit der Arbeitszeit eingefordert. Die Kontrollen in den Gesundheits- und Langzeitpflegeeinrichtungen sollten von spezialisierten Arbeitsinspektoren durchgeführt werden und die Beschäftigten sollten einen erleichterten Zugang zur Schwerarbeiterpension bekommen.
 
In Sachen Ausbildung enthält das Papier die Forderung nach kostenfreien Aus- und Fortbildungen. Praktika sollten bezahlt werden und die Deckung des Lebensunterhalts während des zweiten Bildungswegs müsse existenzsichernd sein.
Sozialminister Anschober sicherte den Vertretern der "Offensive Gesundheit" zu, dass die Ergebnisse des Dialogs in die geplante Pflegereform einfließen werden. Er betonte, dass Österreich "eines der besten Gesundheits- und Pflegesysteme der Welt" habe. Dieses gelte es zu bewahren, auszubauen und in einzelnen Bereichen die Qualität weiter zu verbessern. "Damit dies gelingt, braucht es jetzt die richtigen Rahmenbedingungen. Die Weichen dafür stellen wir im gemeinsamen Dialog mit den Institutionen, InteressensvertreterInnen und Betroffenen."
 
Für Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl enthält die Roadmap "auf beeindruckende Weise eine Sammlung von abgestimmten Forderungen aller in der Kooperative beteiligten Institutionen, die es ermöglichen, die längst überfälligen Reformen rasch voranzutreiben". ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian sieht in dem Papier einen "klaren Handlungsauftrag für die Politik", den der ÖGB unterstützt. Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres bezeichnete die Roadmap als ein Bekenntnis, was Österreich derzeit brauche, denn nur gemeinsam könne die Gesundheitsversorgung in Österreich weiterhin bestens sichergestellt werden.
 
Für alle Beteiligten steht jedenfalls fest: "Um für die österreichische Bevölkerung ein gutes Gesundheits- und Langzeitpflegesystem zu erhalten und auszubauen, braucht es Planungssicherheit, ausreichend Personal und gute Arbeits- und Rahmenbedingungen. Aufgrund der enorm wachsenden Anforderungen und drohenden Überlastung des Gesundheitssystems und der Langzeitpflege - nicht nur in Corona-Zeiten - sind fundierte Lösungen dringend notwendig." Die Roadmap sei dafür eine gute Grundlage.
 

Der Österreichische Arbeitsklima Index- Viele Beschäftigte greifen wegen zu hoher Arbeitsbelastungen zu Medikamenten

Arbeitsklimaindex: Um trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen zur Arbeit gehen zu können, nehmen viele Beschäftigte mehr oder weniger regelmäßig Medikamente.
Arbeitsklimaindex: Um trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen zur Arbeit gehen zu können, nehmen viele Beschäftigte mehr oder weniger regelmäßig Medikamente.

Ein Drittel geht krank zur Arbeit
Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie steigt das Bewusstsein vieler Beschäftigter,
dass man mit Krankheitssymptomen nicht in die Arbeit gehen soll. Während
in der heißen Phase des Shutdown noch bis zu zwei Drittel der Beschäftigten trotz
gesundheitlicher Beschwerden gearbeitet haben, ist dieser Wert über den Sommer
auf ein knappes Drittel gesunken. Hoch ist hingegen weiterhin die Zahl jener, die
aufgrund hoher Arbeitsbelastungen Medikamente nehmen müssen.

Der Österreichische Arbeitsklima Index belegt, dass die Beschäftigten in Krisenzeiten
eher dazu neigen, krank zur Arbeit zu gehen. Schon während der Wirtschaftskrise
in den Jahren 2008 bis 2010 sind zwischen 37 und 45 Prozent der Beschäftigten
krank zur Arbeit gegangen. Seit dem zweiten Halbjahr 2012 hat sich dieser
Wert ziemlich konstant bei rund einem Drittel der Beschäftigten eingependelt.

Weiterlesen (.pdf)

Video der Offensive Gesundheit: „Mehr von uns. Besser für uns alle.“

Offensive Gesundheit

Presseaussendung: Zellhofer begrüßt Einführung von ´Pflege-HTLS`

„Endlich einmal ein vernünftiger Ansatz um dem gravierenden Pflegekräftemangel zu begegnen,“ freut sich Josef Zellhofer, Vorsitzender der Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe im ÖGB (ÖGB/ARGE-FGV). Anlass war die Ankündigung von Bundesminister Heinz Faßmann im Herbst an sechs Standorten Schulversuche im Sinne einer ´Pflege-HTL´ zu starten. Die Standorte sind über ganz Österreich verteilt und bieten Platz für 180 AbsolventInnen pro Jahr.

„Wir fordern bereits seit den 1990er Jahren eine BHS- Ausbildung. Das derzeitige Modell, lässt eine klaffende Ausbildungslücke zwischen der Sekundarstufe und der derzeitigen Pflegeausbildung mit 17 Jahren. Da haben wir viele Interessierte an andere Berufsfelder und Ausbildungswege verloren,“ so Zellhofer. „Die ´Pflege- HTLs´ schließen diese Lücke. Damit wird eine langjährige Forderung der ÖGB/ARGE- FGV erfüllt.“ 

Was bedeutet Pflegeleistung 2020?

Gesundheitspolitisches Forum: Was bedeutet Pflegeleistung 2020?
Gesundheitspolitisches Forum: Was bedeutet Pflegeleistung 2020?

Einladung zum 110. Gesundheitspolitischen Forum.

Es diskutieren:

  • Peter Hacker, Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport
  • Dr.in Sigrid Pilz, Wiener Pflege-, Patienten*Innen Anwältin
  • Mag. (FH) Erich Fenninger (angefragt), Volkshilfe Österreich
  • Ursula Frohner, ÖGKV – Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband
  • Josef Zellhofer, ÖGB/ARGE-FGV 
moderiert von: Univ. Prof. DDr. hc Robert Fitzgerald, Karl Landsteiner Gesellschaft
 
Zeit:  Montag, 24. Februar 2020 von 18.00 bis 20.00 Uhr
Veranstaltungsort: Österreichischer Gewerkschaftsbund - ÖGB, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien
 
Die Veranstaltung ist für Sie kostenfrei, wir ersuchen jedoch um Anmeldung: Online-Anmeldung
Nähere Information auch unter:www.gesundheitspolitischesforum.at

Auftrakt der Pflege- Sommergespräche 22.7.in NÖ, St. Pölten

Neue Ausgabe Gesund & Sozial 2 2020

Gesund und Sozial 2 2020 Offensive Gesundheit
Gesund und Sozial 2 2020 Offensive Gesundheit

Die Coverstory der aktuellen Ausgabe informiert über die Offensive Gesundheit, einem Zusammenschluss von Gewerkschaften und Kammern, sowie ihren Forderungen für den Gesundheitsbereich und die Langzeitpflege.  

Chefredakteur Karl Preterebner berichtet von ersten Gesprächen mit dem BMWD (Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort) zur Einführung einer Pflegelehre und stellt fest: "Pflegelehre- nein danke!" 

Weitere Themen dieser Ausgabe sind unterschiedliche Regelungen zu den COVID_19 Gesetzen in den verschiedenen Berufsrechten, der Start der Gehaltsverhandlungen für Gesundheitsberufe in Oberösterreich, das Seminarprogramm der ÖGB/ARGE- FGV für Herbst, Buchtipps und vieles andere mehr.

Wir wünschen viel Spaß mit der neuen Ausgabe!

Download der Ausgabe (.pdf) 

Alle Ausgaben von Gesund & Social finden Sie hier

„Offensive Gesundheit“: Strukturdialog mit Gesundheitsministerium gestartet

Die VertreterInnen der Offensive Gesundheit bei Rudi Anschober (Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz)
Die VertreterInnen der Offensive Gesundheit bei Rudi Anschober (Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz)
Gemeinsamer Prozess soll Minister Rudi Anschober Umsetzungsvorschläge liefern – „Stellen unsere Expertise gerne zur Verfügung“
 
Vergangene Woche warteten die Vertreterinnen und Vertreter der Initiative „Offensive Gesundheit“ vor dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz mit einem eindringlichen Videoappell an Minister Rudi Anschober auf, kurz darauf wurden bereits erste Gespräche vereinbart. Heute, Donnerstag, einigten sich nun die Initiative und Anschober auf einen gemeinsamen Prozess, den Strukturdialog „Roadmap Gesundheit 2020“, um ein zukunftssicheres System für Gesundheit und Langzeitpflege in Österreich zu schaffen. 
 
Der Strukturdialog „Roadmap Gesundheit 2020“ hat als Ziel, das Bundesministerium inhaltlich mit Argumenten und Umsetzungsvorschlägen zu unterstützen, damit strukturell wichtige Schritte gesetzt und bei den Budgetverhandlungen im Herbst 2020 entsprechende Mittel bereitgestellt werden.
 
Inhaltlich basiert der Strukturdialog auf dem zuletzt vorgelegten „Sechs-Punkte-Programm“ der „Offensive Gesundheit“; es werden in den kommenden drei Monaten in sechs „Gesundheitspanels“ in insgesamt 36 „Sessions“ Umsetzungsvorschläge zu den großen systemrelevanten Themen Personal, Arbeitsbedingungen, Ausbildung, Weiterentwicklung, Investitionen und Versorgungssicherheit verhandelt.
 
Teilnehmer des neuen Strukturdialogs sind neben dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz die Vertreter der „Offensive Gesundheit“: die Arbeiterkammer Wien, die Ärztekammer für Wien, die ÖGB / ARGE - FGV Gesundheits- und Sozialberufe sowie die Gewerkschaften GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, GPA-djp, Gewerkschaft vida und younion HGII – Team Gesundheit.
 
„Corona-Lehren auch in Zukunft handlungsanleitend“
Für die „Offensive Gesundheit“ sind die Beschäftigten im Gesundheits- und Langzeitpflegewesen auf eine rasche Umsetzung der „Roadmap Gesundheit 2020“ angewiesen, damit die hohen Belastungen effektiv reduziert werden können. „Mehr Personal im Gesundheitswesen und in der Langzeitpflege sowie die qualitativ hochwertige Versorgung der Menschen in Österreich sind unser Ziel“, so die gemeinsame Zielsetzung der Initiative.
Gesundheits- und Sozialminister Rudi Anschober dazu: „Ich freue mich über diese große Unterstützung. Wir haben heute fixiert, dass wir bereits den Rahmen für einen gemeinsamen Arbeitsprozess nützen. Corona hat uns gezeigt, wie wichtig ein starkes Gesundheitssystem und dabei die umfassende Reform der Pflege sind. Die nächsten Monate stellen dafür die entscheidende Phase dar.“
 
Für alle Beteiligten steht bereits vor dem Beginn des Strukturdialogs fest: „Was wir während der Corona-Pandemie gelernt haben, muss auch in Zukunft für uns handlungsleitend sein: Ein funktionierendes Gesundheits- und Langzeitpflegesystem ist zentraler Faktor für die Menschen, ihre Gesundheit, ihr finanzielles, soziales und berufliches Wohlergehen.“ Schlussendlich sei das auch „essenziell für das Wirtschaftssystem und damit für die Lebensqualität der gesamten Gesellschaft“.

112. Gesundheitspolitisches Forum „FairHealth: Wie gerecht ist das Gesundheitswesen in Österreich?”

Es diskutieren:
  • Dr. Michael Binder- Wiener Gesundheitsverbund
  • Univ-Prof.in Dr.in Barbara Prainsack- Universität Wien
  • Dr. Gerald Bachinger- NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft
  • Mag. Franz Kiesl, MPM - Österreichische Gesundheitskasse
  • Ulrike Königsberger-Ludwig - Landesrätin der Niederösterreichischen Landesregierung

Moderiert von:

Mag.a Andrea Fried - medinform

Zeit: Dienstag, 06. Oktober 2020 von 18.00 bis 20.00 Uhr
Ort: Österreichischer Gewerkschaftsbund, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien
 
Gerade in Zeiten von Covid und den damit verbundenen Herausforderungen für das Gesundheitssystem im Allgemeinen und die Finanzierung im Besonderen fragen wir uns diesmal: „FairHealth: Wie gerecht ist das Gesundheitswesen in Österreich?“. 
 
Da wir aus Sicherheitsgründen kein Publikum vor Ort empfangen dürfen, freuen wir uns Sie via Livestream begrüßen zu dürfen, unter vielgesundheit.at/livestreams. Das Passwort für den Livestream lautet gpf2020. Hier können Sie Ihre Fragen direkt an die ExpertInnen via Chat stellen, und so virtuell live dabei sein. Wir freuen uns auf ihre Beiträge zur Diskussion und hoffen auf rege Anmeldung!

Offensive Gesundheit: „Mehr von uns. Besser für uns alle.“

Offensive Gesundheit:  „Mehr von uns. Besser für uns alle.“
Offensive Gesundheit: „Mehr von uns. Besser für uns alle.“
LEITGEDANKE
 
Für die Beschäftigten des Gesundheitsbereichs und der Langzeitpflege ist die Arbeit oft mehr als nur ein Beruf: Sie arbeiten für die Menschen und für ihre Gesundheit. Diese hohe Motivation und große Leistungsbereitschaft ist jedoch auch mit großer Verantwortung und Herausforderungen verbunden, welche die Kolleginnen und Kollegen immer häufiger an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bringen. Dass sie täglich ihr Bestes geben, reicht auf Dauer leider nicht aus, denn die Grenzen der Belastbarkeit sind längst überschritten.
Die Vertreterinnen und Vertreter der Offensive Gesundheit gehen daher gemeinsam neue Wege und präsentieren ein Sechs-Punkte-Programm für ein zukunftssicheres System der Gesundheit und Langzeitpflege:
 
Die Offensive Gesundheit ist eine Initiative sämtlicher für den Bereich der Gesundheit und Langzeitpflege verantwortlichen Fachgewerkschaften und Kammern
• Arbeiterkammer Wien
• Ärztekammer für Wien - Kurie der angestellten Ärzte
• GÖD-Gesundheitsgewerkschaft
• GPA-djp
• ÖGB/ ARGE - FGV Gesundheits- und Sozialberufe
• vida
• younion HGII – Team Gesundheit
 
Wir sind Expertinnen und Experten mit unterschiedlichen Spezialisierungen. Um unsere Berufe weiterhin mit Hingabe und Erfolg ausüben zu können, benötigt es Sicherheit, ausreichend Personal sowie gute (einheitliche) Rahmenbedingungen.
Die enorm wachsenden Anforderungen und die Überlastung der Kolleginnen und Kollegen wird durch den kontinuierlich steigenden Personalmangel drastisch weiter verschärft. Diese Arbeitsbedingungen erschweren es Dienstpläne einzuhalten, Abgänge und karenzierte Kolleginnen und Kollegen nach zu besetzen sowie durch zu viel Administration, starre Arbeitszeitmodelle und eine nicht zeitgemäße Ausstattung des Arbeitsplatzes ihrer eigentlichen Berufung nachzukommen. Das ist nicht länger tragbar!
 
Erschwerend kommt hinzu, dass es derzeit für die meisten Berufsgruppen im Gesundheitswesen und der Langzeitpflege entweder gar keine oder nur unzureichende Vorgaben für die Personalbedarfsberechnung in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen gibt.

AUSGANGSLAGE
Schwierige Arbeitsbedingungen führen unter anderem zu einem enormen Mangel an Gesundheitsfachpersonal in allen Bereichen. Überbordende Überstunden, starre Arbeitszeitmodelle, zu viel Administration, nicht zeitgemäße Ausstattung des Arbeitsplatzes und zu wenig Zeit für
Kranke und Pflegebedürftige sind nur einige der brennenden Probleme. Die personelle Unterbesetzung führt schon heute zu kritischen Situationen. Menschen, die auf Gesundheits- und Pflegeleistungen angewiesen sind, erhalten nicht immer das volle Ausmaß an Unterstützung und Hilfe, die sie benötigen. Dies erschwert es ausreichend engagierte Menschen für die Gesundheitsberufe zu begeistern und die notwendige Anzahl an hoch qualifizierten Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen und im Beruf zu halten.
 
Das gesamte Gesundheitspersonal arbeitet in einem Ausnahmezustand und ist schon lange am absoluten Limit ihrer Möglichkeiten angelangt. Die Würde der Menschen muss immer berücksichtigt werden - das gilt auch in der Arbeitswelt und insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Pflege. Die Situation hat sich durch die Corona-Pandemie deutlich verschärft und wird sich durch den wachsenden Bedarf weiter zuspitzen.
 
Konkrete Einflussfaktoren für die veränderten Rahmenbedingungen:
• Verstärkter Bedarf an Gesundheits- und Pflegeleistungen allein aufgrund der demografischen Entwicklung
• Pensionierungswelle der Babyboomer Generation führt zu weniger Personal
• Veränderungen und Zunahme von gleichzeitig auftretenden Krankheitsbildern (Multimorbidität)
• starker Anstieg kognitiver Beeinträchtigung wie zB. demenzieller Veränderungen)
• Steigende Hygiene-Anforderungen (z.B. durch multiresistente Keime)
• Physische und psychische Belastungen durch Arbeitsverdichtung
• Fehlende Planbarkeit der Freizeit, ständiges „Einspringen“ führt zu Überstunden (Stichwort Dienstplanstabilität) und macht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben unmöglich
• Zu wenig Ressourcen in der Personalplanung für Fehlzeiten (Alter, gesundheitliche Einschränkungen, Urlaub, Krankenstand, Fortbildungen, Schwangerschaft, Karenz, Teilzeitbeschäftigung …)
• stetiger Leistungsanstieg findet in der Personalplanung keine Berücksichtigung

UNSERE ZIELE
Das Hauptziel unserer neuen Plattform ist die Verbesserung der Rahmen- und Arbeitsbedingungen zur Aufrechterhaltung eines krisenfesten Gesundheits- und Pflegesystems in Österreich. Was sich durch die Corona Pandemie gezeigt hat, muss auch in Zukunft für uns handlungsleitend sein: Ein funktionierendes Gesundheits- und Pflegesystem ist zentraler Faktor für die Menschen, ihre Gesundheit, ihr finanzielles, soziales und berufliches Wohlergehen, schlussendlich für unser Wirtschaftssystem und damit für die Lebensqualität der gesamten Gesellschaft. Das dürfen wir auch nach der Corona-Krise nicht vergessen. Es müssen nun endlich die Jahre des Ausbaus und der Investitionen folgen.
Die Anerkennung der Bevölkerung für die herausragenden Leistungen in Medizin und Pflege, war in den letzten Monaten immens. Auch wenn das Klatschen längst wieder verstummt ist, muss der Zuspruch und die Unterstützung der Bevölkerung zu einer spürbaren und dauerhaften Verbesserung der Rahmen- und Arbeitsbedingungen führen. Unser Gesundheits- und Pflegesystem ist sehr vielfältig und hat in der Krise ebenso viele Stärken, wie auch enormen Bedarf an Verbesserungen offenbart. Eine gemeinsame Initiative ist notwendig, um aufzuzeigen, dass politische Entscheidungen unumgänglich sind, um unser Gesundheits- und Pflegesystem vor einem zukünftigen Kollaps zu bewahren.
Wir fordern Taten und vereinen uns unter dem Motto „Mehr von uns. Besser für alle“:

„Unsere 6 Punkte für ein zukunftsfittes Gesundheitssystem“
1. „Wir brauchen mehr Personal. Nach einheitlichen Kriterien.“
Wir gehen in die Offensive für mehr Personal und Fachkräftenachwuchs
• Die Aufstockung des Personals muss nach einer österreichweit verpflichtenden, einheitlichen, transparenten und evidenzbasierten Personalbedarfsberechnungsmethode unter Einberechnung von Ausfallszeiten (z.B. Urlaub, Fortbildung, Krankenstand, Schwangerschaft und Karenz) und zeitlichen Ressourcen für Ausbildung erfolgen.
Nur dann sind bestmögliche Qualität und optimale Versorgung gewährleistet! Es geht nicht um betriebswirtschaftliche Überlegungen. Es geht um Menschen!
• Als ersten Schritt fordern wir Mindestregelungen für die Berechnung des Personalbedarfs wie zB schnellere Nachbesetzung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder die Nichteinberechnung beispielsweise von Führungspersonal oder auch Reinigungskräften in die medizinischen und pflegerischen Basisleistungen

2. „Das Gesundheits- und Pflegesystem muss weiterentwickelt werden.“
Die Einbindung der Expertinnen und Experten vor Ort sichert Erfolg und Akzeptanz:
• WIR sind die Expertinnen und Experten, wenn es um Gesundheit geht.
Sämtliche Weiterentwicklungen des Gesundheits- und Pflegesystems müssen unter Einbindung der und in Abstimmung mit den Betroffenen erfolgen.
• Reformen dürfen keinesfalls zu Lasten der Beschäftigten und Patientinnen und Patienten gehen.
 
3. „Aus- und Weiterbildungsoffensive
Mehr und attraktive Ausbildungsplätze sichern gut ausgebildeten Nachwuchs
• rasche und wirkungsvolle Umsetzung des im Regierungsprogramm vereinbarten Ausbildungsfonds.
• vereinfachter Zugang zu verpflichtenden Weiterbildungen
 
4. „Gesundheit muss etwas wert sein.“
Investitionen ins Gesundheits- und Pflegesystem bringen allen was.
• Corona hat gezeigt, dass die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen der falsche Platz sind, um den „Rotstift“ anzusetzen. Das ist auch ökonomisch sinnvoll, denn Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sind wichtige und wirkungsvolle Wirtschaftsmotoren.
• Die zukünftige Personalsicherheit im Gesundheits- und Pflegesystem kann nur mittels Investitionen in attraktive Ausbildungen und gute Arbeitsbedingungen gewährleistet werden. Die Aufstockung der budgetären Mittel dafür ist daher rasch sicherzustellen und umzusetzen.
 
5. „Wir müssen die Arbeitsbedingungen verbessern.“
Bessere Arbeitsbedingungen sowie Gehaltsanpassungen motivieren junge Menschen einen Gesundheitsberuf zu ergreifen und hält sie länger in Beschäftigung:
• Schaffung von modernen Arbeitszeitmodellen, die sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen orientieren (lebensphasengerechtes Arbeiten, flexible Arbeitszeiten, temporäre Teilzeitmodelle für Kinderbetreuung, Altersteilzeit, Verbesserung der Work Life Balance, usw.)
• Mehr Dienstplansicherheit für planbare Frei- und Arbeitszeit
• Maßnahmen zur Reduktion von belastenden Situationen, wie beispielsweise strukturelle Überlastung in Ambulanzen und Nachtdiensten
• Mehr Zeit für Menschlichkeit um die Anforderungen an personen-orientierte Versorgung auch bei komplexen Fällen erfüllen zu können
 
6. „Ressourcen- und Ausrüstungs-Engpässe müssen unter allen Umständen vermieden werden.“
Umfassende Planung sichert die Versorgung überall
• Spätestens seit der Corona-Pandemie ist klar: Es braucht eine gesamt-österreichisch und institutionenübergreifend koordinierte Mittel- und Ressourcenplanung, damit es zu keiner Knappheit von überlebensnotwendigen Ressourcen wie Desinfektionsmitteln, Schutzausrüstung und Medikamenten etc. kommt.
• Sicherstellung einer umfassenden regionalen Versorgung.

UNSERE ZUKUNFTSVISION
Die Offensive Gesundheit, ein Schulterschluss der relevanten Player, steht für das Bewusstsein, dass die Beschäftigten im Gesundheitswesen und der Langzeitpflege mehr wertgeschätzt werden und sich diese in strukturellen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen niederschlagen muss!
Die Anerkennung der Bevölkerung für die in den Gesundheitsberufen tätigen Kolleginnen und Kollegen, vor allem in Medizin und Pflege, war in Zeiten der Pandemie immens. Diese wertschätzende Dankbarkeit muss sich in spürbaren Verbesserungen der Arbeitsbedingungen auswirken. Das ist für einen guten Fortbestand unserer Kliniken und Pflegeeinrichtungen unerlässlich.
Wer den Personalnotstand von morgen bekämpfen will, muss die Beschäftigten von heute wertschätzen und jetzt handeln.

Die Corona-Pandemie hat uns die Grenzen der Belastbarkeit des Gesundheits- und Pflegesystems aufgezeigt. Wir brauchen daher umgehend: „Investitionen, Investitionen, Investitionen“.
Jetzt geht es darum, diese Grenzen zu überwinden und Perspektiven für eine moderne Gesundheits- und Pflegeversorgung mit guten Arbeitsbedingungen aufzuzeigen. Der demografisch bedingte, gewaltige Bedarf an Gesundheits- und Pflegeleistungen kann nur mit gut qualifizierten, motivierten, zufriedenen und in ausreichender Anzahl vorhandenen Menschen in den Gesundheitsberufen bewältigt werden.

Roadmap Gesundheit 2020: Die Politik ist gefordert!

Presseaussendung: Internationaler Tag der Pflege: Zellhofer fordert eine Gesundheitsmilliarde

Ausreichend Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten, Corona-Tausender und strukturelle Investitionen in die Zukunft des Gesundheits- und Sozialbereichs

„Immer mehr Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens können, dank der hervorragenden Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen in den Gesundheits- und Sozialberufen, schrittweise zum Normalzustand zurückkehren,“ freut sich Josef Zellhofer, Vorsitzender der Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe (ÖGB/ARGE- FGV). „Dennoch erzählen uns KollegInnen, dass es nicht leicht war, den Betrieb aufrecht zu erhalten, weil zu wenig oder veraltete Schutzausrüstung vorhanden war. Meinen größten Respekt vor der Eigeninitiative und dem Improvisationstalent der KollegInnen in dieser schwierigen Situation! Aber es kann nicht sein, dass diese vor Dienstbeginn noch schnell im Supermarkt eine Kleinigkeit einkaufen gehen müssen, nur um im Dienst eine Schutzmaske zu haben!“, ärgert sich Zellhofer.
 
„Der tägliche Applaus um 18 Uhr ist ein eindrucksvolles Zeichen der Dankbarkeit und Respekts“, stellt Zellhofer fest, „doch damit ist es nicht getan! Mehr als 130.000 Menschen haben unserer Forderung nach einem steuerfreien ´Corona-Tausender´, als Anerkennung für all jene, die während dieser Krise ihr Leben riskiert haben, bereits unterschrieben. Doch das kann nur ein erster Schritt sein!“
 
„Natürlich ist es wichtig Tourismus, Gastronomie, Fluglinien etc. mit staatlichen Finanzspritzen über diese schwierigen Zeiten zu helfen,“ sagte Zellhofer. „Aber wir fordern die Bundesregierung am internationalen Tag der Pflege (12.5.) auf, eine Zusage zu geben, dass sie jenen Bereich, der diese Pandemie an vorderster Front, dem Patienten-Bett bekämpft und besiegt hat, jetzt nicht im Mairegen stehen lassen wird! Der Gesundheits- und Sozialbereich braucht dringender denn je eine Gesundheitsmilliarde, um auch weiterhin für den täglichen Betrieb, aber auch für unerwartete Gesundheitskrisen gerüstet zu sein. Wir haben in den letzten Wochen eindrucksvoll gesehen, wie schnell eine Situation aufpoppen kann, bei der im wahrsten Sinne des Wortes Tausende Menschenleben auf dem Spiel stehen. Unserem Land ist die Situation, dass unser Gesundheitswesen an die Grenzen seiner Belastbarkeit kam, Gott sei Dank bisher erspart geblieben. Aber das heißt nicht, dass wir automatisch, sollte eine ähnliche Situation wieder eintreten, genauso glimpflich davonkommen!“

Erste Gespräche zur Pflegelehre

Bundessekretär Preterebner nahm für die ÖGB/ARGE- FGV an den Gesprächen zur Pflegelehre teil
Bundessekretär Preterebner nahm für die ÖGB/ARGE- FGV an den Gesprächen zur Pflegelehre teil

Am 26. Mai fand die erste Besprechung des BMWD zur Einführung einer Pflegelehre statt. Auch die ÖGB/ARGE- FGV war durch ÖGB/ARGE- FGV Bundessekretär Karl Preterebner vertreten. Dieser berichtete, dass die Ausbildung 3-jährig sein, mit der Pflegefachassistenz (PFA) abschließen und ab dem Schuljahr 2021/22 starten soll. 

Eine wesentlicher Kritikpunkt der ÖGB/ARGE- FGV an der Pflegelehre in den vergangenen Jahren war immer, dass die Arbeit an PatientenInnen frühestens ab dem 17. Lebensjahr beginnen darf und dies auch durch internationales Recht festgeschrieben ist. Dieser Punkt steht zum jetzigen Zeitpunkt außer Streit und das ist gut so. 

Preterebner betont allerdings, dass ohne strukturelle Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen ein zusätzlicher und unnötiger Ausbildungsweg den Personalmangel nicht beheben wird! Die Gründe, wieso KollegInnen den Beruf verlassen oder erst gar nicht darin zu arbeiten beginnen, sind, wie wir aus zahlreichen Untersuchungen und Befragungen wissen, die schlechten Arbeitsbedingungen. Permanente Mehrarbeit, unsichere Dienstpläne, Personalmangel, uneinheitliche Personalberechnungsmethoden u.a. sind nur einige der Gründe, wieso viele KollegInnen unzufrieden sind. Daran wird auch eine neue Form der Ausbildung, die Einführung eines neuen Ausbildungsweg nichts ändern. 

„Wir werden in den kommenden Monaten an den Besprechungen teilnehmen und versuchen den Gedanken der Pflegelehre in die beliebten und zukunftsfähigen Modelle der BMS und BHS zu ändern, um die beste Lösung in Hinblick auf Ausbildungsqualität und Durchlässigkeit zu sichern, denn Applaus und ein Durchpeitschen von Sinnlosigkeiten ist zu wenig,“ so Preterebner abschließend.  

Stellungnahme der younion _ Die Daseinsgewerkschaft - Hauptgruppe II zur Pflegelehre

Die younion _ Die Daseinsgewerkschaft - Hauptgruppe II lehnt die Pflegelehre eindeutig und entschieden ab.

Die Gesundheits- und Pflegeberufe verfügen derzeit über ausreichende Qualifikationsstufen und dementsprechenden Zugängen dazu. Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz und gehobener Dienst lassen sich unserer Meinung nach alle pflegerelevanten Bereiche abdecken – intra- als auch extramural.

Dem starken Wunsch, über ein Ausbildungsangebot im direkten Anschluss an die Pflichtschule zu verfügen, sind wir mit anderen Fachgewerkschaften gefolgt, indem wir die Möglichkeit der Ausbildung in den Pflegeassistenzberufen im Rahmen eines BHS Modell forciert, gestützt und letztendlich auch zur Umsetzung gebracht haben. In diesem drei- und fünfjährigen Setting kann ein sicherer, stützender und begleitender Rahmen für die jungen Auszubildenden garantiert werden, durch die Möglichkeit eines Berufsabschlusses und Matura wird auch die unerlässliche berufliche Durchlässigkeit garantiert. Die erste Bewerbungswelle zeigt, dass dieser Schultypus gut angenommen wird, wiewohl noch keine Daten zu Drop Out Quote in der Ausbildung bzw. Verweildauer im Beruf von AbsolventInnen dieser Ausbildungsform vorliegen. Es macht daher aus jetziger Sicht überhaupt keinen Sinn, zusätzlich eine Lehre einzuziehen.

Weiterlesen hier (Download .pdf)

GPA-djp: Pflegelehre ist die falsche Antwort auf die Krise

Große Pflegereform jetzt angehen!

„Nachdem in der Coronakrise offenkundig wurde, welch zentrale und wichtige Rolle die Beschäftigten im Pflegebereich für die gesamte Gesellschaft spielen, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, die schon jahrelang angekündigte große Pflegreform endlich umzusetzen und die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte nachhaltig zu verbessern. Die überstürzte und wenig durchdachte Einführung einer Pflegelehre ist definitiv nicht die richtige Antwort auf die aktuelle Situation“, so Eva Scherz vom GPA-djp-Wirtschaftsbereich Gesundheit und Soziales. 

„Ein neuer Lehrberuf Pflege könnte aufgrund der spezifischen Anforderungen negative Auswirkungen auf die gesamte Lehrausbildung haben. Anstatt jetzt einen neuen Lehrberuf aus der Taufe zu heben, für den die Ressourcen gar nicht vorhanden sind, wäre es viel sinnvoller, im Rahmen einer Gesamtreform in bestehende Ausbildungswege zu investieren und sie zu attraktivieren“, so die Bundesjugendvorsitzende der GPA-djp Susanne Hofer. 

„Um den Pflegeberuf attraktiver zu machen, braucht es attraktivere Arbeitszeiten, bessere Bezahlung und Personalschlüssel. Eine Fragmentierung der Ausbildung löst keine der anstehenden Probleme, sondern schafft nur Verunsicherung“, so Scherz.

Gewerkschaft vida warnt vor Pflegelehre

Misere im Gesundheitsbereich nicht auf Rücken der Jungen austragen! 

Brunner: „Wer glaubt, Personalmangel im Pflegebereich mit Pflegelehre zu lösen, ist auf dem Holzweg“

Wirtschaftsministerin Schramböck verlautbarte diese Woche im Rahmen einer Kick-Off-Veranstaltung ihre Pläne der ehestmöglichen Umsetzung der Pflegelehre. Eine gesetzliche Grundlage dafür soll bereits in Ausarbeitung sein. „Wenn die Pflegelehre die Antwort der Bundesregierung auf die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich ist, dann kann das nur ein schlechter Witz sein. So wirkt es nämlich“, sagt vida-Bundesjugendsekretär Roman Brunner, der trotz der bereits fixiert scheinenden Lehre betont, dass die Pflege von Akut-Patienten, Demenzkranken und Palliativ-Patienten eine zu große psychische und physische Belastung für Jugendliche ist. Sogar für Erwachsene stellt sie eine große Herausforderung dar. „Wenn junge Menschen die Begleitung von Palliativ-Patienten übernehmen müssen oder bei der Versorgung von Akut-Patienten eingesetzt werden, dann ist das unverantwortlich gegenüber der Jugend. Es birgt die Gefahr, sehr rasch in ein Burn-out zu fallen oder wieder aus dem Beruf auszusteigen. So etwas darf man nicht zulassen.“ Die Gewerkschaft vida hat sich nicht zuletzt deswegen seit Anbeginn der Diskussion vor einigen Jahren klar gegen die Pflegelehre ausgesprochen.

Dass die Arbeit im Bereich der Pflege für einen jungen Menschen zu belastend ist, unterstreicht auch Sylvia Gassner, Vorsitzende des Fachbereichs Soziale Dienste der Gewerkschaft vida. „Es darf keinesfalls zu einer Ausbeutung junger Menschen als billige Arbeitskräfte kommen. Wenn die Pflege-Wirtschaft qualitativ gut ausgebildete Personen will, dann muss man ihnen auch die Zeit geben, eine Ausbildung zu machen und den Bereich attraktiver gestalten“, stellt die Gewerkschafterin klar: „Mit einer Pflegelehre löst man weder die Probleme der Jugendarbeitslosigkeit noch Personalmangel in Pflegeberufen. Die Misere im Gesundheitsbereich darf nicht auf dem Rücken der jungen Generation ausgetragen werden.“

Eine Alternative zur Pflegelehre ist, wie Gassner erklärt, eine schulische Ausbildung. „Die Pflegeassistentin muss in einer mittleren berufsbildenden Schule ausgebildet werden, die Pflegefachassistentin in einer höheren berufsbildenden Schule. Es gibt auch schon einen Schulversuch dafür, den wir als vida natürlich unterstützen. Nur solche Ausbildungen sind eine langfristige und echte Perspektive für den Fachkräftemangel auch in der Pflegebranche“, so Gassner. Wie wenig durchdacht der Plan Schramböcks und der Regierung ist, zeige laut vida Jugend-Gewerkschafter Brunner auch die gesetzliche Lage. „Wenn man diese Schul-Organisationsform übernimmt, erspart man sich das aus unserer Sicht eigenartige Konstrukt einer Pflegelehre, da man ja per Gesetz ohnehin erst ab 17 Jahren am Krankenbett arbeiten darf. Diese gesetzliche Regelung gibt es nicht ohne Grund. Die Umsetzung der Pflegelehre dauert außerdem zu lange, um Jugendliche vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Neue Schulstandorte sind hier akut notwendig. Bildungsminister Faßmann und Wirtschaftsminister Schramböck haben die Lösung in der Hand. Man muss es nur tun.“

5 Punkte für die Zeit während und nach COVID- 19

  • Gewalt gegen Kolleginnen und Kollegen in den Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufen
  • Öffentliche Ausbildungszentren für Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufen einschließlich "Pflege-HTLs"
  • Forderung nach einem national einheitlichen und verbindlichen Personalschlüssel bzw. Personalbedarfsberechnung
  • Primary Health Care/ Primärversorgungszentren
  • Einführung einer "Gemeindeschwester"

Mehr Informationen (.pdf)

Mach mit und bring dich ein! Initiative für einheitliche Dokumentationsregeln und allgemeine Berufspflichten für Gesundheitsberufe

AK Wien und ÖGB/ARGE- FGV stellen eigenen Vorschlag für entsprechendes Bundesgesetz zur Diskussion und bitten um Mithilfe aller interessierten Institutionen, Organisationen und Personen. 

Es ist unbestritten, dass Gesundheitsversorgung und Pflege nur durch eine gemeinsame und abgestimmte Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe funktionieren kann. Daher ist es auch sinnvoll, die Dokumentations- und Berufspflichten der Gesundheitsberufe einheitlich zu regeln. Das ist aktuell nicht der Fall, was in der Praxis immer wieder zu Unsicherheiten und unklaren Rollen- und Aufgabenverteilung führt. „Diesen Zustand wollen wir aus der Welt schaffen“, fordert Silvia Rosoli, Leiterin der Abteilung Gesundheitsberuferecht und Pflegepolitik in der AK Wien, die Dokumentations- und Berufspflichten in einem für alle Gesundheitsberufe geltenden Gesetz zu regeln.

Die AK Wien und die ÖGB/ARGE- FGV haben einen Vorschlag für eine gemeinsame Regelung der allgemeinen Berufspflichten für Gesundheitsberufe entwickelt und stellt diesen in Form eines Entwurfes für ein entsprechendes Bundesgesetz zur Diskussion. Rosoli: „Wir laden alle Institutionen, Organisationen und alle interessierten Personen ein, sich an dieser Diskussion zu beteiligen.“

Derzeit gibt es in Österreich mehr als 30 gesetzlich geregelte Gesundheitsberufe. Sie leisten in der Gesundheitsversorgung und Pflege – gerade auch in Corona-Zeiten – unter schwierigsten Bedingungen und nicht nur direkt an den PatientInnen hervorragende Arbeit. Als besonders zeitintensiv und oft belastend werden die Dokumentationspflichten empfunden. Das Gefühl und der Mythos „Was nicht dokumentiert ist, ist nicht passiert“ hält sich hartnäckig und bindet oft wertvolle Zeit, die für PatientInnen besser genützt werden könnte. Rosoli: „Hier muss dringend Klarheit und Rechtssicherheit geschaffen werden. Wir wollen mit dieser Initiative einen Beitrag leisten, die hohen Herausforderungen vor denen die Gesundheitsberufe stehen, gemeinsam besser meistern zu können“
 
Besonderer Wert auf breite Einbindung
AK und ÖGB laden alle Institutionen, Organisationen aber ausdrücklich auch alle interessierten Personen ein, den vorliegenden Vorschlag bis spätestens 15. Juli 2020 zu kritisieren, kommentieren oder zu ergänzen. Rückmeldungen an die E- Mail Adresse GP@akwien.at.
 
Die eingegangenen Rückmeldungen werden bis Ende August aufgearbeitet. Im Anschluss daran wird der Entwurf entsprechend überarbeitet und dann dem zuständigen Bundesminister Rudolf Anschober übergeben.
Den Vorschlag für ein Bundesgesetz zur einheitlichen Regelung der Pflichten der Gesundheitsberufe finden Sie hier:

Internationale Solidarität- COVID 19

Internationale Solidarität- COVID 19
Internationale Solidarität- COVID 19

Die Covid_19 Pandemie hält derzeit die Welt in Atem. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus, was sind die Forderungen des Europäischen Gewerkschaftsbundes und was heißt das für besonders arme Länder oder den Sozialstaat? 

Die Gewerkschaft Younion hat auf knapp 20 Seiten eine aktuelle Übersicht über die COVID_19 Maßnahmen auf internationaler und EU-Ebene erstellt. (Stand 23.4.2020). 

Themen sind u.a: 

- Forderungen des Europäischen Gewerkschaftsbundes an die Staats- und Regierungschefs

- Internationaler Rundblick

- EU- Gipfel: Wiederaufbaufonds zeichnen sich ab

- Sozialstaat schützt in der Krise

- Gipfel der Staats- und Regierungschefs: Der Fahrplan für den Wiederaufbau 

Und vieles andere mehr.

Download pdf hier 

#mehralsDanke

#mehralsDanke
#mehralsDanke Corona-Tausender
Corona-Tausender für alle, die das Land am Laufen halten!
 
Unser Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen und die Einkommen der Beschäftigten dauerhaft zu heben – aber in dieser Ausnahmesituation braucht es auch jetzt gleich eine Anerkennung.
 
Es ist schön zu sehen, dass unser Land gerade von einer Danke-Kampagne nach der anderen überzogen wird. Diese Dankbarkeit ist wichtig. Aber es braucht mehr als dieses Danke!
 
Diesen Corona-Tausender sollen alle bekommen, die während der Corona-Krise das Haus verlassen müssen, um zu arbeiten und damit einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind bzw. waren. Steuerfrei im Rahmen des Corona-Hilfspakets der Bundesregierung.
 
Warum ist das wichtig?
Es sind die Beschäftigten im Gesundheitsbereich, in Produktionsbetrieben, in Supermärkten, bei Rettungsorganisationen, in der Luftfahrt, in Schulen, Kindergärten und viele, viele mehr. Ohne (Intensiv)PflegerInnen, TankstellenmitarbeiterInnen, Lkw-FahrerInnen, die Müllabfuhr, Sicherheitspersonal und die vielen weiteren HeldInnen würde unser System nicht funktionieren.
 

Presseaussendung zum Weltgesundheitstag: „Die Gesundheits- und Sozialberufe dürfen nicht Verlierer dieser Pandemie werden!“

Zellhofer zum Weltgesundheitstag: „Die Gesundheits- und Sozialberufe dürfen nicht Verlierer dieser Pandemie werden!“
Zellhofer zum Weltgesundheitstag: „Die Gesundheits- und Sozialberufe dürfen nicht Verlierer dieser Pandemie werden!“
Schutz von Gesundheit über alle Überlegungen stellen
 
„Die Gesundheits- und Sozialberufe stehen durch die COVID_19 Pandemie aktuell vor sehr großen Herausforderungen,“ sagt Josef Zellhofer, Vorsitzender der ÖGB/ARGE-FGV. „Doch wir wissen, dass es österreichweit in vielen Gesundheitseinrichtungen an Schutzmaßnahmen für das Personal mangelt. Masken und entsprechende Schutzkleidung sind nicht überall ausreichend vorhanden. Darüber hinaus ist es unverständlich, dass Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, weiterhin unnötigem Risiko ausgesetzt werden, nur weil ihr Beruf als ´kritische Infrastruktur´ gilt. Der Schutz von Gesundheit und Leben muss doch bitte über alle anderen Überlegungen gestellt werden!“ 

„Im Moment warten wir alle sehnsüchtig auf eine Rückkehr zur Normalität,“ stellt Zellhofer fest. „Doch die wird es im Gesundheitssystem nicht geben! Das System war vorher schon am Limit, die Kolleginnen und Kollegen an der Grenze der persönlichen Belastbarkeit. Viele von ihnen haben diese nun zum Wohl ihrer PatientInnen und KlientInnen sogar noch überschritten. Zwar überschlagen sich im Moment alle vor Dankes-Bekundungen, doch das allein wird am Tag danach sicher nicht ausreichen und erfahrungsgemäß auch nicht lange anhalten!“

„Ich spreche,“ so Zellhofer, „von gravierenden strukturellen Verbesserungen im Gesundheitssystem! Deswegen fordere ich jetzt ein Bekenntnis der Bundesregierung, dass wenn diese Krise unter Kontrolle ist, eine Gesundheitsmilliarde bereitgestellt wird. Ausreden, es sei zu wenig Geld da, weil sämtliche Budgetreserven in die Kurzarbeit geflossen oder andere Branchen wie Tourismus, Gastronomie etc. diese jetzt nötiger hätten, werden wir nicht akzeptieren! Die Gesundheits- und Sozialberufe dürfen am Ende nicht auch noch die Verlierer dieser Pandemie werden!“ 

Empfehlungen zu COVID 19 - Schutzmaßnahmen für Pflege und Betreuung

Schutzmaßnahmen für Pflege und Betreuung
Schutzmaßnahmen für Pflege und Betreuung

Das Bundesministerium für Gesundheit, Soziales, Pflege und Konsumentenschutz hat Empfehlungen für Teil/Stationäre Einrichtungen und Mobilen Dienste herausgegeben. 

Der 12- seitige Leitfaden enthält Empfehlungen für den Umgang und Schutz von KlientInnen, MitarbeiterInnen und Angehörigen. Es werden Fragen zu Hygiene und Desinfektion beantwortet, als auch welche Schritte in einem Verdachts- oder gar Erkrankungsfall zu setzen sind.  

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Gesund & Sozial 1 2020

Gesund & Sozial 1 2020  Wie machen wir die Pflege zukunftsfit?
Gesund & Sozial 1 20 Wie machen wir die Pflege zukunftsfit?

Wie machen wir die Pflege zukunftsfit?

Bevor das Leben, wie wir es kannten, Anfang März still gelegt wurde, kämpften Kolleginnen und Kollegen in den Gesundheitsberufen für die Einführung der 35- Stunden Woche und substanzielle Verbesserungen im Pflegebereich. Eva SCHERZ, KV- Verhandlerin der GPA-djp und Markus SIMBÖCK, stellv. Vorsitzender der ÖGB/ARGE- FGV berichten. Anfang Jänner präsentierten die Mitglieder der ´motiv.allianz.pflege´ in einer Pressekonferenz ihre diesbezüglichen Forderungen. Gerade in der jetzigen Situation muss niemanden mehr die Bedeutung und Wichtigkeit des Gesundheits- und Pflegebereichs erklärt werden. 

Josef ZELLHOFER, Vorsitzender der ÖGB/ARGE- FGV betont in seinem Editorial, dass abseits von Dankesworten, nach Beendigung dieser Krise, aber auch endlich Taten folgen müssen! Auf keinen Fall dürfen wir zulassen, dass anschließend einfach zur ´normalen´ Tagesordnung zurück gekehrt wird und für die Pflege nichts übrig bleibt

An dieser Stelle noch der Hinweis, dass die in dieser Ausgabe angekündigten Seminare "Demenz- Verloren in der Welt des Vergessens", "Burn-out" und "Resilienz 1", die im Juni hätten statt finden sollen, abgesagt wurden!

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Alle Ausgaben von Gesund & Sozial

COVID-19 – Danke an alle, die sich um uns kümmern und dafür sorgen, dass wir weitermachen können!

ESPU Präsidentin Mette Nord würdigt die Arbeit der öffentlich Beschäftigten in ganz Europa
ESPU Präsidentin Mette Nord würdigt die Arbeit der öffentlich Beschäftigten in ganz Europa

EPSU - Präsidentin (European Public Service Union) Mette Nord bedankt sich in einem offenen Brief bei allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die in ganz Europa Herausragendes leisten: 

"Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst leisten fantastische Arbeit, um allen Menschen in unserer Gesellschaft in jeder denkbaren Weise zu helfen. Inzwischen tun unsere Gewerkschaftsvertreter/-innen und unsere Mitglieder das, was getan werden muss, um die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer/-innen zu schützen und besorgte Fragen zu Arbeitsplatzverlusten, Arbeitszeit, Krankengeld und vieles mehr zu beantworten. Mehrere Gewerkschaften haben uns geschrieben und sich mit dem Kampf der Beschäftigten in anderen Ländern und besonders mit unseren Kollegen/-innen im Gesundheitssektor in Italien und Spanien solidarisiert. Wir geben diese Solidaritätsadresse an alle Betroffenen weiter. Unsere Gedanken sind bei den Familien, Freunden, Mitarbeiter/-innen und Gewerkschafter/-innen, die eine geliebte Person oder eine/-n Kollegen/-in verloren haben.

Ein großes Lob für die Beschäftigten im Pflegesektor, im Gesundheitswesen, in der Altenpflege und in der häuslichen Pflege... Ihr müsst mit Situationen umgehen, die für die Menschen, denen ihr helft, und für euch selbst eine vorher in dieser Form nie erlebte Belastung darstellen. Das gilt besondere für Frauen, die sich um ihre Kinder und andere Familienangehörige kümmern müssen. Es ist gut zu sehen, dass es überall in Europa so viele Aktionen gibt, mit denen eure Arbeit anerkannt wird. So viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst arbeiten auf allen Ebenen (lokal, regional, national und europäisch) unermüdlich in so vielen Dienstleistungsbereichen, dass praktisch alle EGÖD-Mitglieder eingespannt sind, um dringend erforderliche, essenzielle und lebenswichtige Dienstleistungen aufrechtzuerhalten." Weiterlesen

(c)Foto: www.epsu.org 

COVID-19: Wie Sie häusliche Isolation und Quarantäne gut überstehen

Ängste, Sorgen, Isolation - die aktuelle Coronavirus-Pandemie und die damit einhergehende Quarantäne und häusliche Isolation stellt die Menschen in Österreich vor völlig neue Herausforderungen. COVID-19 beeinflusst unser aller Leben und auch unseren Umgang mit unseren PartnerInnen, Kindern, Familie und FreundInnen oder ArbeitgeberInnen.
 
Um in der aktuellen Krise so gut wie möglich zu helfen, hat der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) ein Informationsblatt erstellt, das zeigt, wie man mit Hilfe der Psychologie die Quarantäne und häusliche Isolation trotz Einschränkungen gut überstehen kann.
 
In fünf Kategorien werden unter anderem praktische Tipps für den Umgang mit überbordenden Ängsten und Sorgen gegeben und erklärt, welche Maßnahmen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen empfehlenswert sind und wie man mit aufkommenden Konflikten und/oder Gewalt umgehen sollte.
Leiten Sie das Informationsblatt sehr gerne weiter und helfen wir alle gemeinsam dabei, die aktuell herausfordernde Zeit gut zu überstehen!
 

Too many to fail ... Rettungsschirm für Betriebe in der Krise

Die Corona Krise ist eine absolute Ausnahmesituation. Gewerkschaften, ÖGB und AK setzen sich gemeinsam dafür ein dass niemand zurückgelassen wird und möglichst viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Beschäftigung bleiben können.
Heute wurde ein Paket mit einem Volumen von 4 Milliarden Euro vorgelegt - dadurch soll einerseits den Betrieben bei der Überbrückung der Krise in unterschiedlicher Form geholfen werden. Andererseits sind 400 Millionen Euro für ein von den Sozialpartnern ausgehandeltes Corona Kurzarbeitsprogramm vorgesehen: 

Pressekonferenz Wolfgang Katzian (ÖGB) zur Kurzarbeit

ABSAGE DEMO

Aufgrund des Corona-Virus kann die heutige Demo nicht stattfinden
Aufgrund des Corona-Virus kann die heutige Demo nicht stattfinden

Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! 
 
Die Regierung hat in einer heutigen Pressekonferenz bezüglich des Coronavirusus bekanntgegeben, dass alle Großveranstaltungen per Erlass abgesagt werden.

Die heutige Demo für die 35-Stunden-Woche musste daher abgesagt werden. Wir bitten euch den KollegInnen die Info weiterzugeben, dass die Demonstration leider nicht stattfinden kann.

Der Kampf für die 35-Stunden-Woche geht freilich weiter.

Liebe Kollegin, Lieber Kollege!

Die Gewerkschaften GPA-djp und vida kämpfen aktuell für die 35-Stunden-Woche mit vollem Lohn- und Personalausgleich für die 140.000 Beschäftigten im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich (KV SWÖ, Caritas und Diakonie).
Die 35-Stunden-Woche bringt Vollzeitbeschäftigten mehr Freizeit und den 70% Teilzeitbeschäftigten mehr Gehalt. Gerade Pflege und Betreuung sind emotionale und körperliche Schwerstarbeit. Das Thema geht uns alle an! Professionelle Pflege und Betreuung braucht gute Arbeitsbedingungen!
 
Leider waren die SWÖ-Arbeitgeber nach mittlerweile 7 Verhandlungsrunden und 50 Verhandlungsstunden nicht bereit, ein annehmbares Angebot vorzulegen.
 
Bitte unterstütze unsere Petition unter www.35stunden.at.
 
Am 10. März finden in Wien, Graz und Linz Demonstrationen für die 35-Stunden-Woche im Sozialbereich statt.
 
Wir freuen uns sehr, wenn du uns durch deine Anwesenheit dort solidarisch unterstützt:
 
Wien
Beginn: 14:00 Uhr am Platz der Menschenrechte (unteres Ende der Mariahilferstraße), Route bis zum Ballhausplatz
 
Graz
Beginn: 16:30 Uhr am Hauptbahnhof, Route über Senecura bis zum Lendplatz Jugend am Werk
 
Linz
Beginn: 13:30 Uhr am OK-Platz, Route bis zum Landhaus
 
Vielen Dank für deine Solidarität!

110. Gesundheitspolitische Forum: Was bedeutet Pflegeleistung 2020?

TeilnehmerInnen des 110. Gesundheitspolitischen Forums

von links nach rechts: Peter Hacker, Ursula Frohner, Univ. Prof. Robert Fitzgerald, Dr.in Sigrid Pilz, Zara Auferbauer, Josef Zellhofer 

Video zum Event (circa 6 min.) und weitere Bilder finden Sie hier

Frau Guberner über ihre PflegerInnen

Jetzt Petition unterstützen!

Wer PflegerInnen im Stich lässt, lässt unsere Angehörigen im Stich. Jetzt die Petition unterschreiben - für Frau Guberner, für die Beschäftigten, für die Menschlichkeit!

https://35stunden.at/#petition

Arbeiterkammer: Gerechtigkeit #für immer

100 Jahre Arbeiterkammer

https://arbeiterkammer.at/100