younion: Applaus ist nicht genug! KollegInnen im Gesundheits- und Pflegesystem verdienen mehr!

Mit 26. Oktober startet der Europäische Gewerkschaftsverband für den Öffentlichen Dienst (EGÖD) eine europaweite Aktionswoche unter dem Motto „Applaus ist nicht genug“. Gemeinsam leisten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Gesundheits- und Pflegesystem alles Menschenmögliche, um die Pandemie zu bekämpfen und alle anderen Aufgaben die täglich im Gesundheitsbereich notwendig sind zu erledigen. „Wir lehnen Austeritätsmaßnahmen wie die Kürzung des EU4health-Programms von 9,4 Milliarden auf 1,7 Milliarden EUR ab und fordern die angemessene Finanzierung für unsere öffentlichen Gesundheits- und Pflegesysteme“, sagt Jan Willem Goudriaan, EPSU-Generalsekretär.

„Klatschen zahlt keine Miete“
„Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Gesundheits- und Pflegewesen stehen tagtäglich unter enormem Druck und hohem Ansteckungsrisiko. Sie brauchen mehr Ressourcen um ihre Arbeit in hoher Qualität ausüben zu können. Wir brauchen eine Aufstockung des Personalstands damit mehr Zeit am Patienten und weniger Stress entstehen, die Ausstattung mit allen notwendigen Schutzausrüstungen und entsprechende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Es braucht aber auch eine Attraktivierung durch angemessene Entlohnung. Klatschen alleine hilft da nicht weiter und zahlt auch keine Miete“, erklärt Thomas Kattnig, EGÖD Vize-Präsident und Mitglied des Bundespräsidiums der younion _ Die Daseinsgewerkschaft.

Dem erneuten Anstieg standhalten
In ganz Europa ist ein rapider Anstieg der Infektionszahlen zu beobachten. Wieder müssen Gewerkschaften feststellen, dass ein Mangel an Schutzausrüstung, Material und Personal es erschwert, der zweiten Welle standhalten zu können. Zusätzlich dazu fühlen sich viele ArbeitnehmerInnen immer noch erschöpft, nachdem die erste Welle mit Müh und Not überstanden wurde.
EGÖD-Generalsekretär Jan Willem Goudriaan: "Der EGÖD und seine Mitgliedsorganisationen rufen die Europäische Union und die nationalen Regierungen dazu auf, Schutzausrüstungen für das Personal in allen Krankenhäusern, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Wir beim EGÖD setzen uns für starke öffentliche Gesundheits- und Pflegesysteme ein, die auf diese und künftige Pandemien besser reagieren können.“

Kürzung der Spitalsfinanzierung grotesk
„Es ist geradezu grotesk, dass der österreichische Finanzminister in seinem Budgetvoranschlag für 2021 die Spitalsfinanzierung um 130 Millionen Euro kürzen will! Das kann nicht die Antwort auf diese Gesundheitskrise sein und vor allem nicht die Antwort an die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheits- und Pflegebereich. Gute Gesundheitsversorgung darf keine Frage des Geldes sein“, stellt Kattnig abschließend fest.

113. Gesundheitspolitischen Forum: "Innovation 2.0 – Ist das Gesundheitssystem dafür gerüstet?“

5.11.2020- "Innovation 2.0 – Ist das Gesundheitssystem dafür gerüstet?“
5.11.2020- "Innovation 2.0 – Ist das Gesundheitssystem dafür gerüstet?“

Am 05. November von 18:00 – 20:00 Uhr findet das 113. Gesundheitspolitischen Forum statt. Aufgrund von COVID-19 bedingten Modifikationen wird das Gesundheitspolitische Forum 2020 als Online-Veranstaltung gehalten. Da die Interaktivität erhalten bleiben soll, haben Sie die Möglichkeit via Chat Ihre Fragen und Statements direkt an die Vortragenden zu richten. Mehr dazu finden Sie unter: www.vielgesundheit.at/livestreams Eine Woche vor dem Event werden Ihnen die Zugangsdaten für den Livestream geschickt.  

Wir freuen uns auf ihre Beiträge zur Diskussion und hoffen auf rege Anmeldung!

"Innovation 2.0 – Ist das Gesundheitssystem dafür gerüstet?“

Es diskutieren:
  • Prim. Univ.-Prof. Dr. Richard Greil- Uniklinikum Salzburg, Universitätsklinik für Innere Medizin III
  • Dr. Thomas Gamsjäger, MSc - Universitätsklinikum St. Pölten
  • Dr. Gerald Bachinger - NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft
  • Dr. Michael Heinisch - Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligungs- und Management GmbH
  • Univ.-Prof. Dr. Josef Smolle - Abgeordneter zum Nationalrat, Parlamentsklub der Österreichischen Volkspartei
moderiert von: Dr. Martin Gleitsmann- Dr. Martin Gleitsmann e.U.
 
Zeit:  Donnerstag, 05. November 2020 von 18.00 bis 20.00 Uhr
Veranstaltungsort: Österreichischer Gewerkschaftsbund, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien
 
Die Veranstaltung ist für Sie kostenfrei, wir ersuchen jedoch um Anmeldung.

Offensive Gesundheit überreicht Road Map an BM Anschober (28.8.2020)

Roadmap Gesundheit 2020: Die Politik ist gefordert!

Road Map Gesundheit 2020- Vorschläge für ein zukunftssicheres System der Gesundheit und Langzeitpflege

Road Map Gesundheit 2020- Vorschläge für ein zukunftssicheres System der Gesundheit und Langzeitpflege
Road Map Gesundheit 2020- Vorschläge für ein zukunftssicheres System der Gesundheit und Langzeitpflege

Österreichs ArbeitnehmerInnen im Gesundheits- und Langzeitpflegesystem stehen unter Druck, die Belastungen wachsen. Deshalb müssen dringend Maßnahmen gesetzt werden, damit ausreichend qualifiziertes Personal für eine gute Qualität der Leistungen in Zukunft gesichert ist.

Die Offensive Gesundheit und das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz haben in der „Roadmap Gesundheit 2020“ drei zentrale Handlungsbereiche mit entsprechenden Maßnahmen identifiziert, die in den Gesundheitspanels Personalbemessung, Arbeitsbedingungen und Ausbildung ausgearbeitet wurden. 

Weiterlesen und Download hier (.pdf)

Presseaussendung: Vorschläge für Reformen

Roadmap Gesundheit 2020" enthält Umsetzungsvorschlägen für ein zukunftssicheres Systems für Gesundheit und Langzeitpflege 
 
Das Sozialministerium und die von Gewerkschaften, Arbeiter- und Ärztekammer gebildete "Offensive Gesundheit" haben ihren vor zweieinhalb Monaten gestarteten Strukturdialog abgeschlossen. Die daraus entstandene "Roadmap Gesundheit 2020" mit Umsetzungsvorschlägen für die Schaffung eines zukunftssicheren Systems für Gesundheit und Langzeitpflege wurde Minister Rudolf Anschober (Grüne) am späten Montagnachmittag übergeben.
 
Inhaltlich konzentrieren sich die Ergebnisse auf die großen systemrelevanten Themen Personalbedarf, Arbeitsbedingungen und Ausbildung. Zum ersten Punkt wird in der Roadmap festgehalten, dass die Erarbeitung eines österreichweit verbindlichen, transparenten und bedarfsorientierten Personalbemessungsmodells umgehend gestartet werden müsse. Da die Entwicklungsarbeit einige Jahre in Anspruch nehmen wird, müssten zur unmittelbaren Entlastung der Beschäftigten im Gesundheitswesen und der Langzeitpflege Sofortmaßnahmen im Personaleinsatz umgesetzt werden. So dürfe es etwa pro Zuständigkeitsbereich keine Nachtdienste alleine geben und in der mobilen Pflege sollten die Fahrtzeiten einberechnet werden.
 
Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen wird in dem der APA vorliegenden Papier die Planbarkeit und Verlässlichkeit der Arbeitszeit eingefordert. Die Kontrollen in den Gesundheits- und Langzeitpflegeeinrichtungen sollten von spezialisierten Arbeitsinspektoren durchgeführt werden und die Beschäftigten sollten einen erleichterten Zugang zur Schwerarbeiterpension bekommen.
 
In Sachen Ausbildung enthält das Papier die Forderung nach kostenfreien Aus- und Fortbildungen. Praktika sollten bezahlt werden und die Deckung des Lebensunterhalts während des zweiten Bildungswegs müsse existenzsichernd sein.
Sozialminister Anschober sicherte den Vertretern der "Offensive Gesundheit" zu, dass die Ergebnisse des Dialogs in die geplante Pflegereform einfließen werden. Er betonte, dass Österreich "eines der besten Gesundheits- und Pflegesysteme der Welt" habe. Dieses gelte es zu bewahren, auszubauen und in einzelnen Bereichen die Qualität weiter zu verbessern. "Damit dies gelingt, braucht es jetzt die richtigen Rahmenbedingungen. Die Weichen dafür stellen wir im gemeinsamen Dialog mit den Institutionen, InteressensvertreterInnen und Betroffenen."
 
Für Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl enthält die Roadmap "auf beeindruckende Weise eine Sammlung von abgestimmten Forderungen aller in der Kooperative beteiligten Institutionen, die es ermöglichen, die längst überfälligen Reformen rasch voranzutreiben". ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian sieht in dem Papier einen "klaren Handlungsauftrag für die Politik", den der ÖGB unterstützt. Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres bezeichnete die Roadmap als ein Bekenntnis, was Österreich derzeit brauche, denn nur gemeinsam könne die Gesundheitsversorgung in Österreich weiterhin bestens sichergestellt werden.
 
Für alle Beteiligten steht jedenfalls fest: "Um für die österreichische Bevölkerung ein gutes Gesundheits- und Langzeitpflegesystem zu erhalten und auszubauen, braucht es Planungssicherheit, ausreichend Personal und gute Arbeits- und Rahmenbedingungen. Aufgrund der enorm wachsenden Anforderungen und drohenden Überlastung des Gesundheitssystems und der Langzeitpflege - nicht nur in Corona-Zeiten - sind fundierte Lösungen dringend notwendig." Die Roadmap sei dafür eine gute Grundlage.
 

Der Österreichische Arbeitsklima Index- Viele Beschäftigte greifen wegen zu hoher Arbeitsbelastungen zu Medikamenten

Arbeitsklimaindex: Um trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen zur Arbeit gehen zu können, nehmen viele Beschäftigte mehr oder weniger regelmäßig Medikamente.
Arbeitsklimaindex: Um trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen zur Arbeit gehen zu können, nehmen viele Beschäftigte mehr oder weniger regelmäßig Medikamente.

Ein Drittel geht krank zur Arbeit
Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie steigt das Bewusstsein vieler Beschäftigter,
dass man mit Krankheitssymptomen nicht in die Arbeit gehen soll. Während
in der heißen Phase des Shutdown noch bis zu zwei Drittel der Beschäftigten trotz
gesundheitlicher Beschwerden gearbeitet haben, ist dieser Wert über den Sommer
auf ein knappes Drittel gesunken. Hoch ist hingegen weiterhin die Zahl jener, die
aufgrund hoher Arbeitsbelastungen Medikamente nehmen müssen.

Der Österreichische Arbeitsklima Index belegt, dass die Beschäftigten in Krisenzeiten
eher dazu neigen, krank zur Arbeit zu gehen. Schon während der Wirtschaftskrise
in den Jahren 2008 bis 2010 sind zwischen 37 und 45 Prozent der Beschäftigten
krank zur Arbeit gegangen. Seit dem zweiten Halbjahr 2012 hat sich dieser
Wert ziemlich konstant bei rund einem Drittel der Beschäftigten eingependelt.

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Video der Offensive Gesundheit: „Mehr von uns. Besser für uns alle.“

Offensive Gesundheit